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Immobilienmarkt Günstige Wohnungen in Osnabrück besonders knapp

Von Christian Schaudwet

Enger Markt: Immer mehr Menschen wollen in den Städten wohnen, Mieten und Wohneigentumspreise steigen. In Osnabrück (Bild) mangelt es vor allem an günstigen Wohnungen. Foto: Jörn MartensEnger Markt: Immer mehr Menschen wollen in den Städten wohnen, Mieten und Wohneigentumspreise steigen. In Osnabrück (Bild) mangelt es vor allem an günstigen Wohnungen. Foto: Jörn Martens

Frankfurt/Osnabrück. In Deutschland zieht es immer mehr Menschen in die Metropolen. Das lässt die Preise für Wohneigentum in die Höhe schießen. Auch in Osnabrück. Es mangelt vor allem an Wohnungen im mittleren Preissegment.

Hypotheken sind günstig wie nie, alternative Geldanlagen rar: Auch deshalb klettern die Kaufpreise für Wohneigentum in Deutschland munter weiter. Das gilt vor allem für Großstädte, die immer mehr Menschen anziehen, wie aus dem neuesten Wohn-Preisspiegel des Immobilienverbands IVD hervorgeht, der am Mittwoch in Frankfurt vorgelegt wurde. Für eine bestehende Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert werden demnach 1082 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr, nachdem die Preise 2013 noch um 5,3 Prozent gestiegen seien.

Der Drang in die Zentren trifft auch Osnabrück: Einer Untersuchung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte zufolge stieg das Preisniveau bei Wohneigentum in Osnabrück bereits 2013 um 28 Prozent. Auch die Mieten sind gestiegen, besonders bei Neubauten.

Den neuen Wohnpreis-Spiegel des Immobilienverbands IVD im Original finden Sie hier.

Ein Grund sei der Wandel von Interessen und Lebensweisen, sagt Hans Georg Leuck, der aus Osnabrück stammende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM). „Ältere Menschen tendieren zurück in die Städte, und Studenten ziehen nach dem Studium nicht mehr ins Umland.“ In Osnabrück mangele es vor allem an günstigen Wohnungen. „Was gebaut wird, liegt oft im Hochpreissegment“, so Leuck. Für die zunehmend angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt macht Leuck auch Gesetzgeber und Behörden verantwortlich. Er beklagt Auflagen für Bauherren – etwa jene, bei Neubauten Auto-Stellplätze, Grünflächen und Aufzüge mit einzuplanen. Die höheren Kosten erschwerten Investoren den Bau dringend benötigter günstigerer Wohnungen.

Das Eduard-Pestel-Institut für Systemforschung in Hannover beobachtet eine weitere Folge des Booms der Städte auch im Falle Osnabrücks. Demnach ziehen Menschen mit geringen Einkommen zunehmend hinaus aufs Land. Dort wechseln sie häufig die Wohnungen, sind aufgrund fehlender Mobilität von der Stadt abgeschnitten und fügen sich nicht in die dörflichen Strukturen ein.

München am teuersten

Trotz des Aufwärtstrends seien die Preise für Eigentum in den deutschen Großstädten im langfristigen Vergleich noch moderat, befindet der IVD. Das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen liege „immer noch zehn Prozent niedriger als vor 20 Jahren“, sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick in Frankfurt. Denn nach dem Immobilienboom der 1990er-Jahre seien die Preise für Wohneigentum lange Zeit überproportional zurückgegangen. Erst seit 2010 sei ein Aufholprozess zu beobachten.

Allerdings verteuern sich Eigentumswohnungen in Großstädten schneller als im Bundesschnitt. So koste der Quadratmeter in Städten mit mindestens 500000 Einwohnern im Schnitt 1689 Euro und damit 9,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Preise stiegen mit 14,29 Prozent in München erneut besonders: Nach IVD-Angaben müssen Käufer dort 3600 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung mittleren Wohnwerts bezahlen. Mit großem Abstand auf Platz zwei folgt Stuttgart (2245 Euro, +9,87 Prozent) vor Hamburg (2100 Euro, +10,53 Prozent). Deutlich günstiger bleibt vorerst Berlin mit 1750 Euro pro Quadratmeter (mit dpa).