Trends aus der Viehhaltung Eurotier: Komfort für Kühe, Hightech für Bauern

Von Dirk Fisser

Nicht echt: Eine Besucherin der Eurotier geht an einem Werbeplakat der Messe vorbei.. Foto: dpaNicht echt: Eine Besucherin der Eurotier geht an einem Werbeplakat der Messe vorbei.. Foto: dpa

Osnabrück. Mehr Hightech für die Landwirte, mehr Komfort für die Tiere: Das sind die beiden Schwerpunkte auf der Eurotier in Hannover. Die selbst ernannte Leitmesse in Sachen Nutztierhaltung zeigt noch bis Freitag Neuigkeiten aus dem Agrargeschäft. 2360 Aussteller aus aller Welt sind dabei, 150 davon aus dem Raum Weser-Ems.

Besonderer Publikumsmagnet sind automatische Fütterungsanlagen beispielsweise im Kuhstall. Statt der klassischen Mistgabel präsentieren Aussteller ausgeklügelte Fütterungssysteme mit Fließbändern. Per App können Bauern zudem die Gesundheit ihrer Rinder genau im Auge behalten. Vieles, was auf der Eurotier gezeigt wird, macht das Leben der Landwirte leichter.

Es löst aber auch Probleme: Beispielsweise eine Zentrifuge, die die Firma Huning aus Melle im Landkreis Osnabrück präsentiert. Das Gerät trenne Feststoffe und Flüssigkeit der Gülle, so Mitarbeiter Reinhold Lönker. Die Maschine sei besonders vor dem Hintergrund der Debatte um die neue Dünge-Verordnung gefragt: Weil mehr Gülle aus der Tierhaltung oder Gärreste aus Biogasanlagen und die darin enthaltenden Nährstoffe auf den Feldern landen, als die Böden verkraften, will die Landesregierung in Niedersachsen das Düngen stärker reglementieren.

Besonders Landwirten in den tierhaltungsintensiven Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland droht Ärger. Gerade aus dieser Region sei die Nachfrage stark, so Lönker. Die Maschine binde die Nährstoffe größtenteils in Feststoffform. Das Produkt könne dann beispielsweise leicht nach Ostniedersachsen exportiert werden, wo die Böden nährstoffärmer seien.

Auf dem Hannoveraner Messegelände fehlen natürlich auch nicht die Tiere. Die Osnabrücker Herdbuch Genossenschaft oder Ostfriesischen Stammviehzüchter preisen ihre Verkaufsschlager mit Messerabatt an: gefrorenes Bullensperma. Die Züchter versprechen den Bauern robuste Kühe, die lange leben und viel Milch geben. „Durch die EU-Zulassung ist ein internationaler Handel mit wertvollen Embryonen aus ostfriesischen Top-Kühen möglich“, werben die Züchter aus dem Norden. In der Saison 2013/14 seien knapp 264.000 Besamungen erfolgt.

Insgesamt gut 150 Unternehmen aus dem Raum Weser-Ems präsentieren sich auf der Messe. Die Region hat die höchste Viehdichte in Niedersachsen, so viel ist bekannt. Doch an die Landwirtschaft schließt sich der vorgelagerte Bereich an. Diese Firmen, in der Öffentlichkeit meist weniger bekannt, zeigen sich auf der Eurotier. Beispielsweise das Stallbauunternehmen Lammers aus Rastdorf im Emsland oder der Fahrzeugproduzent „Quappen Loaders“ aus Neuenkirchen bei Bramsche im Osnabrücker Land.

Bis Freitag stellen auch sie noch auf der Messe aus. Es werden 145.000 Besucher erwartet. Unsere Karte zeigt alle Unternehmen aus den Postleitzahlgebieten 26 und 49, die auf der Eurotier vertreten sind.

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