Fleischbranche Tönnies plant Gausepohl-Modernisierung

Gausespohl-Werbefläche: Der Dissener Fleischverarbeiter könnte bald zum westfälischen Tönnies-Konzern gehören. Foto: Achim KöppGausespohl-Werbefläche: Der Dissener Fleischverarbeiter könnte bald zum westfälischen Tönnies-Konzern gehören. Foto: Achim Köpp

sha/df Osnabrück. Der westfälische Tönnies-Konzern will das Dissener Werk des Fleischverarbeiters Gausepohl nach der geplanten Übernahme offenbar modernisieren und dort mehr Menschen beschäftigen.

Gausepohl-Geschäftsführerin Yvonne Gausepohl bestätigte am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion Verkaufsverhandlungen mit Tönnies über beide Betriebe des Unternehmens (Dissen und Bakum bei Vechta). Auch gegenüber dem Bürgermeister der Stadt Dissen im Landkreis Osnabrück, Hartmut Nümann, hatte Unternehmer Clemens Tönnies seine Kaufabsicht geäußert. „Er will es übernehmen und etwas daraus machen“, sagte Nümann. Ein Tönnies-Sprecher bestätigte auf Anfrage, man habe eine entsprechende Prüfung beim Bundeskartellamt angemeldet. Nach Aussage von Brancheninsidern weckt der Mittelständler aus Dissen jedoch auch bei anderen Branchengrößen Übernahme-Appetit.

Zuvor hatte die „Lebensmittelzeitung“ unter Berufung auf die Kartellbehörde von dem Tönnies-Vorhaben berichtet. Der Familienbetrieb Gausepohl steht unter hohem Konkurrenzdruck beim Vieh-Einkauf, die russische Importsperre für Fleisch aus Deutschland traf das Unternehmen hart, ein Konflikt um Kündigungen und Gehaltskürzungen beschäftigte das Arbeitsgericht .

Gausepohl wäre die zweite Tönnies-Übernahme in Dissen. 2011 hatte der Konzern mit der zur-Mühlen-Gruppe auch den örtlichen Wursthersteller Schulte erworben.Offenbar sucht Tönnies seit Längerem nach Möglichkeiten, sein Rindfleisch-Geschäft auszubauen. Der Konzern soll sich dazu erfolglos um eine Baugenehmigung an seinem Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück bemüht haben.