Erweiterungsbau geplant Verpackungsspezialist Spies auf Expansionskurs

Von Marita Kammeier

Von Melle nach Australien werden die Kunststoffverpackungen von Spies demnächst exportiert. Foto: Marita KammeierVon Melle nach Australien werden die Kunststoffverpackungen von Spies demnächst exportiert. Foto: Marita Kammeier

Melle-Gesmold. Die Brüder Christof und Michael Spies sind das, was im Volksmund einen klassischen Mittelständler ausmacht: präzise im Handwerk, seriös im Auftritt und innovativ am Markt. Ihre Firma Spies Formen- und Werkzeugbau GmbH fertigt seit 50 Jahren Spritzgießwerkzeuge fast ausschließlich für die mehr als 100 eigenen Produktionsanlagen am Firmenstandort in Melle-Gesmold.

Auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern werden hier Designideen im Formenbau in Werkzeuge umgesetzt, um damit Kunststoffverpackungen für die Feinkostindustrie herzustellen, die jeder kennt: Mövenpick- und Häagen-Dazs-Eiscreme, Dr.-Oetker-Götterspeise gehören ebenso dazu wie Produkte von Nestlé, Homann, Zott und Mondelez.

Zum Kundenkreis von Spies zählen der Mittelstand sowie Konzerne. „Anfang 2015 beginnen die Lieferungen nach Australien. Die entsprechenden Werkzeuge werden jetzt gebaut“, sagt Geschäftsführer Christof Spies, der gerade aus Melbourne zurückgekehrt ist.

Im internationalen Wettbewerb punktet das Unternehmen mit Präzision und Familientradition. Was vor 50 Jahren von Klaus und Theresia Spies als Formen- und Werkzeugbau begann, entwickelte sich schnell weiter. Die erste Spritzgießmaschine, damals noch ein gebrauchtes Exemplar, produzierte Verpackungsteile für die Fisch-, Feinkost- und Eiscremeindustrie. Rund 20 Jahre später baute der Unternehmer am heutigen Standort eine Spritzgießerei auf und erweiterte diese stetig.

Mit der Übergabe der Betriebe an die zweite Generation begann die Konzentration auf Verpackungsartikel. Das Verfahren des sogenannten In-Mold-Labelling wurde zum Markenzeichen. Hierbei werden vorbedruckte Etiketten in das Werkzeug eingelegt und verbinden sich durch hohe Temperatur mit der Kunststoffschmelze.

Die heutige Unternehmensgruppe der Spies Formen- und Werkzeugbau GmbH sowie der Spies Kunststoffe GmbH beschäftigt 360 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2013 einen Umsatz von 80 Millionen Euro.

Die weitere Entwicklung wird vom Streben nach noch mehr Präzision getrieben: „Der Trend der vergangenen Jahre lautet, so leicht und so dünn wie möglich. Unsere Werkzeuge fertigen und messen im Tausendstelbereich mit 0,001 Millimetern“, sagtGeschäftsführer Christof Spies und weist auf die Produktionsanlagen hin, die jeden Tag 24 Stunden im Dreischichtbetrieb laufen und dabei fünf Millionen Verpackungsteile herstellen. Noch in diesem Jahr wird Spies auf der grünen Wiese direkt an der Autobahnabfahrt Gesmold mit dem Neubau beginnen, der auf 2000 Quadratmetern eine Erweiterung der Produktionsfläche und Verwaltung samt Kompetenzzentrum vorsieht.

Das beeindruckt auch den Bürgermeister von Melle, Reinhard Scholz: „Ich habe Respekt vor der beeindruckenden unternehmerischen Leistung der Inhaberfamilie und freue mich über die Expansion.“ Die Firma Spies zähle zu den einheimischen Aushängeschildern, die sich aus kleinsten Anfängen mit einer großen Dynamik entwickelt und zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen habe.

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