„Unverzichtbar für die Region“ FMO-Aufsicht spricht sich für neue Darlehen aus

Nicht nur Geschäftsreisende, auch Touristen starten von FMO aus zu ihrem Ziel. Foto: Jörn MartensNicht nur Geschäftsreisende, auch Touristen starten von FMO aus zu ihrem Ziel. Foto: Jörn Martens

gp/we/aky Osnabrück. Der Aufsichtsrat des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) hat der Geschäftsführung des Airports am späten Montagabend nach einer mehrstündigen Sitzung des Gremiums Empfehlungen für ein langfristiges Finanzierungskonzept gegeben.

In einer Pressemitteilung heißt es, für den Aufsichtsrat sei der FMO unverzichtbar für die Region. Aus dieser Sicht heraus habe sich das Gremium in seiner Sitzung einstimmig auf ein „zukunftsfähiges Finanzierungskonzept geeinigt“ und den FMO-Gesellschaftern zur Annahme empfohlen. „Damit bekommt der Flughafen eine klare Zukunftsperspektive, kann im Wettbewerb bestehen und seine wichtige Aufgabe für die Region auch künftig erfüllen“, habe der FMO-Aufsichtsratsvorsitzende, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, erklärt, heißt es in dem Schreiben.

Der Aufsichtsrat habe in sechs Sitzungen verschiedene Finanzierungsvarianten erörtert und nun ein Konzept mit Gesellschafterdarlehen und neuem Eigenkapital verabschiedet. Zunächst solle noch im laufenden Jahr ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von etwa 16 Millionen Euro gewährt werden. Die Flughafengesellschaft werde dieses Darlehen „über die Jahre tilgen und einen marktgerechten Zins zahlen.“

Im Dezember endgültiger Finanzierungsbeschluss

Die Flughafeneigentümer werden mit dieser Beschlussempfehlung jetzt in ihre kommunalen Gremien gehen, um dort die erforderlichen Beschlüsse herbeizuführen, heißt es in der Mitteilung weiter. Im Dezember solle die FMO-Gesellschafterversammlung dann den endgültigen Finanzierungsbeschluss fassen. Bereits zu Beginn des kommenden Jahres sollen die Beschlüsse für die Kapitalzuführungen ab 2016 vorbereitet und umgesetzt werden.

Die 15 Gesellschafter der Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, an der die Stadt Osnabrück mit rund 17,8 und der Landkreis mit 5,08 Prozent beteiligt sind, hatten erst Ende 2012 eine Kapitalerhöhung um insgesamt 26,8 Millionen Euro beschlossen, um den Regionalairport aus den Turbulenzen zu bringen.

Der in der Vergangenheit bereits weitgehend durch Darlehen finanzierte Flughafenausbau schlägt heute mit Verbindlichkeiten in fast dreistelliger Millionenhöhe zu Buche. Der FMO ist dadurch auf noch mehr Zuwendungen der Gesellschafter – unter ihnen auch die Landkreise Emsland/Grafschaft Bentheim und Steinfurt – angewiesen, um aus der Schieflage zu kommen.

Wieder mehr Passagiere

Im dritten Quartal dieses Jahres sind 330405 Fluggäste am FMO gezählt worden – ein Plus von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aufgrund dieser Entwicklung prognostizierte der FMO im Oktober nach einem Zuwachs von 2,1 Prozent im ersten Halbjahr als Jahresergebnis eine Steigerung der Passagierzahlen von fünf Prozent. Pressesprecher Andres Heinemann zeigte sich damals auch für den Winterflugplan 2014/15 optimistisch. „Wir sind nach 858 000 Fluggästen in 2013 noch weit von früheren Zeiten entfernt und die Wolken für uns sicher noch nicht rosarot. Aber wir gehen davon aus, in diesem Jahr wieder an die 900 000-Marke heranzukommen.“

Das große Problem, das alle der mehr als 20 Regionalflughäfen in Deutschland haben: Allein mit den Gebühren für Starts und Landungen ist der Betrieb nicht zu finanzieren, da die Erlöse hier abnehmen. Eine größere Bedeutung kommt dem Terminalgeschäft zu, etwa durch Einnahmen aus Vermietung an Shopbetreiber.

Das Jahr 2013 hatte für den Flughafen Münster/Osnabrück mit einem deutlichen Minus geendet. Mit insgesamt 853 900 Passagieren lag der Rückgang bei 16,4 Prozent – nur der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden hatte im bundesweiten Vergleich zuletzt mehr Passagiere verloren. 2012 hatten noch mehr als eine Million Menschen den FMO genutzt. Das geht aus der Jahresbilanz der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Flughäfen (ADV) für 2013 hervor.