Osnabrück weiter im Fahrplan ADAC zieht sich aus Fernbus-Geschäft zurück

Von Alexander Klay

Ausgestiegen: Der ADAC verabschiedet sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Post, dem ADAC Postbus. Foto: dpaAusgestiegen: Der ADAC verabschiedet sich aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Post, dem ADAC Postbus. Foto: dpa

Osnabrück. Der Automobilclub ADAC zieht sich aus dem Fernbus-Markt zurück: Am Montag gab der Club den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen ADAC Postbus bekannt. Die Deutsche Post AG will die Anteile übernehmen und alleine weiter machen. Für Kunden soll sich nichts ändern: Zwei Mal täglich halten die Busse auch in Osnabrück.

Der ADAC begründete den Rückzug aus dem Gemeinschaftsunternehmen offiziell mit der Besinnung auf das Kerngeschäft des skandalgebeutelte Vereins, Rat und Hilfe für seine Mitglieder. Der Automobilclub nannte am Montag aber auch die wirtschaftlichen Risiken: Der Fernbusmarkt habe sich in den vergangenen Monaten „zwar dynamisch, jedoch auch in zunehmendem Maße wettbewerbs- und preisintensiv entwickelt“, heißt es in einer Mitteilung. Ein dauerhaftes Engagement „wäre für den ADAC ohne unternehmerisches Risiko nicht erreichbar gewesen“.

Der junge Fernbus-Markt in Deutschland steht unter einem extremen Wettbewerbsdruck: Der Anbieter city2city hat sich bereits Mitte Oktober zurückgezogen, der regionale Anbieter Publicexpress aus Oldenburg musste Insolvenz beantragen. Drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung ereilte Anfang November auch einen der Pioniere der Branche, DeinBus.de.

Beim Ausstieg aus dem Postbus nutze der ADAC eine vertraglich vereinbarte Option. Noch im November werde die Deutsche Post AG die Geschäftsanteile vom ADAC übernehmen. Der Konzern sieht für den weiteren Betrieb ausreichend Potenzial auf dem Fernbus-Markt, der 2013 für innerdeutsche Reisen freigegeben worden war: Der Postbus habe sich als Qualitätsanbieter etabliert. „Er entwickelt sich in einem wachsenden Markt wie geplant, unsere Fahrgäste sind vollkommen von ihm überzeugt, und wir sind es auch“, sagte Konzernvorstand Jürgen Gerdes. Das Netz werde im nächsten Jahr weiter ausgebaut.

Bei einer Marktuntersuchung im September kam der ADAC Postbus auf einen Anteil von acht Prozent. Deutlich stärker sind Meinfernbus (45 Prozent), Flixbus (23) und die Bustöchter der Deutschen Bahn, Berlinlinienbus und IC Bus mit zusammen zwölf Prozent. Seit dem Start vor einem Jahr soll der Postbus als Premiumangebot auf der Straße etabliert werden: Er solle „nicht der billigste, sonder der beste Fernbus“ sein, sagte Joachim Wessels, Geschäftsführer der Deutschen Post Mobility GmbH.

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