100 Mitarbeiter betroffen Verpackungskonzern schließt Kawell-Werk in Osnabrück

Ein Werk mit Tradition. Als Tochterfirma der Kämmerer GmbH in Osnabrück wurde 1970 das Kawell-Werk in Osnabrück gegründet. Foto: Michael OsterfeldEin Werk mit Tradition. Als Tochterfirma der Kämmerer GmbH in Osnabrück wurde 1970 das Kawell-Werk in Osnabrück gegründet. Foto: Michael Osterfeld

Osnabrück. Das Werk des irischen Papierkonzerns Smurfit Kappa Kawell in Osnabrück wird Ende August 2015 geschlossen. Nach Informationen unserer Redaktion sind etwa 100 Mitarbeiter betroffen.

Der Produktionsstandort Osnabrück des irischen Papierkonzerns Smurfit Kappa Kawell wird Ende August 2015 geschlossen. Nach Informationen unserer Redaktion sind etwa 100 Mitarbeiter von der Maßnahme betroffen. Die Arbeiter und Angestellten des Werkes sind auf einer Betriebsversammlung über die Pläne des Konzerns mit Sitz in Dublin informiert worden.

Neben Osnabrück wird im Rahmen eines europaweiten Kostenreduzierungs-Programms auch die Fabrik am Standort Hamburg aufgegeben. Am Freitagnachmittag war keine Stellungnahme des Unternehmens mehr zu erhalten.

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Um die „Profitabilität in der Wertschöpfungskette zu garantieren“, plant Smurfit Kappa ebenfalls die Schließung des Produktionsstandortes für Wellpappenrohpapier in Viersen, hewißt es auf der Website des Unternehmens. Diese Maßnahme stehe im Einklang mit der Strategie, die Konzentration der Produktion „auf eine geringe Anzahl von Fabriken mit Wachstumspotenzial zu beschränken.“ Die Fabriken in Hoya, Townsend Hook und Roermond sollen so optimal ausgelastet werden.

Die Unternehmensleitung werde in den kommenden Wochen mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche über die geplanten Werksschließungen aufnehmen, schreibt die Firma im Internet weiter. Der aktuelle Planungsstand siehe vor, alle anstehenden Personalmaßnahmen sozialverträglich zu gestalten. Übergeordnete Zielsetzung sei, „jedem von der Restrukturierung betroffenen Mitarbeiter nahtlos innerhalb oder außerhalb von Smurfit Kappa Arbeitsverhältnisse anzubieten.“

Mögliche Nachteile für die betroffenen Mitarbeiter sollen in einem kurzfristig zu verhandelnden Sozialplan in angemessener Form ausgeglichen werden, beschreibt das Unternehmen die Zielsetzung. Unabhängig hiervon bedaure die Geschäftsführung von Smurfit Kappa die Auswirkungen der geplanten Werksschließungen für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heißt es auf der Website.

Die Werksschließungen in Osnabrück, Hamburg und Viersen stehen im Zusammenhang mit einem Investitionsprogramm des Unternehmens. Smurfit Kappa wird nach eigener Angabe in den nächsten drei Jahren weltweit über 400 Millionen Euro pro Jahr in seine Standorte investieren.

Die Maßnahmen konzentrierten sich auf die Weiterentwicklung des integrierten Geschäftsmodells der Gruppe. Kern des Investitionsprogramms sei eine weitere Effizienzsteigerung, eine weitere Reduzierung der Kosten der Prozesskette sowie eine konsequente Weiterentwicklung der Fabriken. Smurfit Kappa investiere in Deutschland in mehrere Großanlagen um seinen Kunden ein erweitertes Produktangebot anzubieten.