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07.11.2014, 18:01 Uhr HOHE FORDERUNGEN DER IG METALL

Metall-Tarifrunde 2015: Kompromiss wird schwierig

Kommentar von Alexander Klay

Mit der Forderung nach bis zu 6 Prozent höheren Löhnen will die IG Metall in Niedersachsen in die Tarifrunde 2015 der Metall- und Elektroindustrie gehen. Foto: dpaMit der Forderung nach bis zu 6 Prozent höheren Löhnen will die IG Metall in Niedersachsen in die Tarifrunde 2015 der Metall- und Elektroindustrie gehen. Foto: dpa

Osnabrück. Fünf bis sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt: Mit einer Forderung in dieser Höhe wird die IG Metall wohl in die bevorstehende Tarifrunde 2015 der Metall- und Elektroindustrie ziehen. Dabei wird es diesmal besonders schwierig, einen Kompromiss mit den Arbeitgebern zu finden, meint unser Autor:

Bis zu sechs Prozent mehr Geld wollen die Metaller ihren Arbeitgebern in der bevorstehenden Tarifrunde abringen. Das ist ein stolzer Wert – aber im Vergleich zu den Forderungen der vergangenen Jahre nichts Außergewöhnliches. 2013 waren die Metaller mit dem Wunsch nach 5,5 Prozent Lohnzuwachs an den Verhandlungstisch gezogen.

Jetzt könnte man sagen: Am Ende einigen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber sowieso auf 3 oder 3,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Wozu das ganze Aufsehen?

In diesem Jahr ist einiges anders in der deutschen Schlüsselindustrie: In der Branche klaffen gleich mehrere Indikatoren weit auseinander. Während bei Automobil- und Flugzeugbauern Sonderschichten am Wochenende zur Regel geworden sind, gibt es anderswo Kurzarbeit. Miese Werte aus Stimmungsbarometern treffen auf Rekorde beim Auftragseingang.

Es dürfte also eine spannende Tarifrunde werden, an deren Ende ein Kompromiss nicht so leicht zu finden sein wird. Ein zu hoher Abschluss birgt die Gefahr, dass sich schwache Betriebe aus der Tarifbindung verabschieden. Ein niedriger Lohnzuwachs wäre ungerecht für all jene, die Rekordaufträge am Wochenende abarbeiten.

Dabei besteht für die Arbeitnehmer die seltene Chance, unterm Strich tatsächlich mehr Geld in der Tasche zu haben. Die niedrige Inflation macht es möglich. Diese Perspektive dürfte die Kampfbereitschaft der Metaller stärken.


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