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GDL: Streik über vier Tage Bahn kündigt Ersatzfahrplan zum Lokführerstreik an

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Die Lokführergewerkschaft GDL ruft erneut zum Streik auf: Am Mittwochnachmittag sollen Güterzüge stillstehen, ab Donnerstag auch Personenzüge. Foto: dpaDie Lokführergewerkschaft GDL ruft erneut zum Streik auf: Am Mittwochnachmittag sollen Güterzüge stillstehen, ab Donnerstag auch Personenzüge. Foto: dpa 

aky/dpa/Reuters Osnabrück. Die Lokführergewerkschaft GDL will die Deutsche Bahn vier Tage lang bestreiken. Der Ausstand soll im Personenverkehr an diesem Donnerstag um 2.00 Uhr morgens beginnen, im Güterverkehr bereits an diesem Mittwoch um 15.00 Uhr. Der Streik ende am Montag um 4.00 Uhr. Lesen Sie hier alle Informationen im Newsticker:

Aktuelle Informationen zum GDL-Streik finden Sie hier ››

21.40 Uhr Der Bundesverband für Groß-, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) hat den angekündigten Streik der GDL als vollkommen unverhältnismäßig kritisiert. „Auf dem Rücken unbeteiligter Kunden und Unternehmen einen gewerkschaftlichen Konkurrenzkampf auszutragen, wird sich als Bumerang erweisen“, erklärte BGA-Präsident Anton Börner am Abend. Wegen des Streiks drohten Produktionsausfälle und damit erhebliche Einbußen.

19.50 Uhr Bahnreisende bekommen einen Teil ihres Ticketpreises zurück, wenn sich ihr Zug wegen eines Streiks bei der Deutschen Bahn um mehr als 60 Minuten verspätet. Die Deutsche Bahn kann so einem Fall keine höhere Gewalt geltend machen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September 2013 (Rechtssache C-509/11). Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent.

18.08 Uhr: Die Züge der Hamburg-Köln-Express GmbH (HKX) sind vom GDL-Streik nicht betroffen. Das teilte der HKX-Geschäftsführer Carsten Carstensen an Dienstag mit. Tickets könnten noch online gebucht oder an Board gekauft werden.

17.03 Uhr: Die Deutsche Bahn will während des Rekordstreiks der Lokführergewerkschaft GDL versuchen, wieder mindestens ein Drittel des normalen Angebotes aufrechtzuerhalten. Ab Donnerstag müssten sich Millionen Reisende auf massive Beeinträchtigungen einstellen, erklärte das Staatsunternehmen am Dienstag. Vorstandsmitglied Ulrich Weber kritisierte die GDL zudem scharf. „Dieser Streikaufruf macht nur noch sprachlos und ist reine Schikane.“

16.24 Uhr: So schnell wird man zum Trend bei Twitter: Kaum hatte die Lokführergewerkschaft GDL verkündet, ab Donnerstag vier Tage zu streiken, machten sich unzählige Menschen mit den Hashtags #gdlstreik, #gdl oder #bahnstreik ihrem Unmut in Tweets bei Twitter Luft. Hier eine Auswahl der Nachrichten.

16.02 Uhr: Der angekündigte neuerliche Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn fällt mit den Berliner Feierlichkeiten zum Mauerfall-Jubiläum zusammen. Touristen werden schlecht per Zug zu den Feiern zum Fall der Mauer vor 25 Jahren in die Hauptstadt kommen. In Berlin selbst wird der S-Bahn-Verkehr von dem insgesamt mehr als viertägigen Streik betroffen sein.

15.51 Uhr: Die deutschen Fernbus-Anbieter rechnen wegen des angekündigten Rekordstreiks bei der Deutschen Bahn mit einem Millionengeschäft. „Kommt es zu einem Streik in dieser Länge, wird es einen Umsatzzuwachs von mehreren Millionen Euro für die Branche geben“, sagte der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, Matthias Schröter, am Dienstag. Was betroffene Fahrgäste wissen müssen, erfahren Sie hier.

15.41 Uhr: In Nordwest-Niedersachsen werden trotz Lokführerstreik etliche Züge fahren – zumindest im Nahverkehr. Denn auf vielen Strecken fahren keine Züge der Deutschen Bahn, sondern von privaten Konkurrenten. Das sind zum Beispiel die Nordwestbahn (unter anderem Osnabrück-Oldenburg, Osnabrück-Vechta-Bremen, Osnabrück-Halle-Bielefeld), die Westfalenbahn (Osnabrück-Münster, Bielefeld-Osnabrück-Bad Bentheim) und der Metronom (Bremen-Hamburg).

15.33 Uhr: „Wir wollen und müssen im Auftrag unserer Mitglieder verhandeln, egal ob diese als Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Ausbilder, Instruktoren oder Lokrangierführer in den Eisenbahnverkehrsunternehmen der DB arbeiten“, erklärte GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky am Dienstag. „Dieses Grundrecht ist in Gefahr und damit die Funktion von Gewerkschaften an sich.“ Vordergründig geht es um die GDL-Forderung von fünf Prozent mehr Lohn im Jahr bei kürzeren Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass die GDL dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Die Vertretung dieser Gruppe beansprucht die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für sich. Konkurrierende Gehaltsabschlüsse lehnt die Bahn ab.

15.05 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL hat zu einem viertägigen Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Der Ausstand soll im Personenverkehr an diesem Donnerstag um 2.00 Uhr morgens beginnen, im Güterverkehr bereits an diesem Mittwoch um 15.00 Uhr. Das teilte die Gewerkschaft am Dienstag in Frankfurt mit. Der Streik soll in beiden Bereichen am Montag (04.00 Uhr) enden.

14.52 Uhr: Bahnchef Rüdiger Grube will trotz der neuen Streikdrohung mit der Lokführergewerkschaft GDL wieder ins Gespräch kommen. „Wir werden alles machen, vielleicht auch das, was nicht immer alles in der Öffentlichkeit bekannt ist, um die Gespräche vorzuführen“, sagte er am Dienstag Reuters TV in Berlin. „Wir müssen alle uns ständig unserer sozialen Verantwortung auch in der Sozialpartnerschaft gerecht werden, und ich bitte alle - dazu gehören wir genauso - an den Verhandlungstisch.“ Am Montag hatte die GDL nach Geheimverhandlungen einen Tarifvertragsentwurf der Deutschen Bahn abgelehnt und dem Staatskonzern ein Diktat vorgeworfen. Bahn-Personalchef Ulrich Weber hatte dies unverantwortlich genannt, da der Entwurf zuvor mit der GDL gemeinsam entwickelt worden sei.

14.32 Uhr: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hält das geplante Gesetz zur Tarifeinheit nicht für geeignet, um die Konflikte bei der Bahn zu lösen. „Es mag Bereiche und Branchen geben, wo das Gesetz hilft, Konflikte zu befrieden, bei der Eisenbahn wird das nicht der Fall sein“, sagte der Vorsitzende Alexander Kirchner am Dienstag bei einem Kleinen Gewerkschaftstag der EVG in Fulda.

Der Entwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) animiere vielmehr zum „Häuserkampf“ um einzelne Betriebe. Statt die Betriebe zu stabilisieren, werde die Polarisierung noch verschärft.


Bahnreisende bekommen einen Teil ihres Ticketpreises zurück, wenn sich ihr Zug wegen des geplanten Streiks bei der Deutschen Bahn um mehr als 60 Minuten verspätet. Die Deutsche Bahn kann in diesem Fall keine höhere Gewalt geltend machen. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September 2013 (Rechtssache C-509/11). Ab 60 Minuten Verspätung erhalten Bahnkunden 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sind es sogar 50 Prozent.

Daneben gelten die Kulanzregelungen der Bahn: Kunden, die von streikbedingten Zugausfällen oder Verspätungen betroffen sind, können sich ihre Fahrkarte und Reservierung kostenlos erstatten lassen. Das geht etwa in den DB-Reisezentren. Online-Tickets können über ein Formular im Internet erstattet werden.

Außerdem dürfen Bahnreisende einen höherwertigen Zug nutzen, wenn der ursprünglich gebuchte Zug nicht fährt. Bei zuggebundenen Tickets werde die Zugbindung aufgehoben, erklärte die Bahn bei der letzten Streikwelle. Ausgenommen seien Länder-Tickets, manche regionale Angebote wie das Schönes-Wochenende- und das Quer-durchs-Land-Ticket sowie reservierungspflichtige Züge.

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