Bramsche noch nicht betroffen Ab Dienstag Warnstreiks in der Textilindustrie

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Warnstreiks drohen in der Textil- und Bekleidungsindustrie: Ab Dienstag, 4. November, kommt es in Betrieben in Niedersachsen zu Arbeitsniederlegungen. Symbolfoto: dpaWarnstreiks drohen in der Textil- und Bekleidungsindustrie: Ab Dienstag, 4. November, kommt es in Betrieben in Niedersachsen zu Arbeitsniederlegungen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück/Bramsche. Die Tarifrunde in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie spitzt sich zu: Am Dienstag will die Gewerkschaft IG Metall erste Betriebe in Niedersachsen bestreiken. Von den Warnstreiks ist auch der Nordwesten betroffen.

Den Gewerkschaftsmitgliedern geht es in der aktuellen Tarifrunde um fünf Prozent mehr Geld für die nächsten zwölf Monate. Außerdem fordern sie verbesserte Regeln zur Altersteilzeit und zur Übernahme von Auszubildenden. Bereits zwei Mal wurde mit den Arbeitgebern verhandelt. Bislang gab es keine Annäherung.

Gestreikt wird am Dienstag etwa bei Coats Opti im ostfriesischen Rhauderfehn. Die Betriebe in Bramsche mit ihren rund 800 Mitarbeitern sind zunächst nicht von Arbeitsniederlegungen betroffen.

Die im Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie organisierten Arbeitgeber lehnen die Forderungen der IG Metall als „nicht finanzierbar“ ab. Sie überforderten die mittelständischen Unternehmen. „Angesichts einer seit August deutlich zurückgehenden Auftragslage würde dadurch die Wettbewerbsfähigkeit mancher Betriebe gefährdet. Das dürfen wir nicht zulassen“, sagte Verhandlungsführer Wolfgang Brinkmann. Allein die Kosten für eine verpflichtende Altersteilzeit beziffert er auf 7000 bis 12.000 Euro je Beschäftigten und Jahr.

Die Arbeitgeber bestehen ihrerseits auf Gespräche Tarifverträge zur Optimierung der Maschinenlaufzeiten und zur Sicherung älterer Beschäftigter. Beide Regelwerke seien Jahrzehnte alt und entsprächen nicht mehr der Praxis.

Die wirtschaftliche Lage der Branche ist durchwachsen. In Niedersachsen zählt die Textil- und Bekleidungsindustrie noch 56 Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern – insgesamt sind es 5289. Im Jahr 2013 haben sie einen Umsatz von 1,192 Milliarden Euro erwirtschaftet. Für 2014 erwartet der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie ein Umsatzplus von 1,8 Prozent. Bundesweit werde die Zahl der Beschäftigten auf unter 120.000 sinken. Nur noch 44 Prozent der Unternehmen wollen in Deutschland investieren, 6,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Nach den Warnstreiks steht die dritte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft am 12. November an. Die Verhandlungskommission tagt in Münster.

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