Kartellamt muss noch zustimmen Bünting aus Leer will Supermarktkette Jibi übernehmen

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Osnabrück. Der Bünting-Konzern will wachsen: Das Handelsunternehmen aus Leer in Ostfriesland mit Supermärkten wie Combi oder Famila plant die Übernahme der Jibi-Supermarktkette aus Bielefeld zum 1. Januar 2015.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes sollen die Westfalen mit etwa 2000 Mitarbeitern eine eigene Gesellschaft innerhalb der Bünting-Gruppe bilden. Der Name Jibi bleibt erhalten. Zum Kaufpreis machte Bünting keine Angaben.

88 Jibi-Supermärkte

Jibi hat eine Phase der Konsolidierung hinter sich. Die Zahl der Geschäfte wurde von mehr als 100 auf zuletzt 88 reduziert. Von den Schließungen betroffen waren etwa Standorte in Osnabrück oder Hasbergen . Nach Unternehmensangaben seien etwa zehn Millionen Euro in die bestehenden Filialen investiert worden. Der Umsatz habe zuletzt bei 280 Millionen Euro gelegen.

Die Jibi-Standorte befinden sich allesamt in einem Umkreis von 150 Kilometern um den Stammsitz Bielefeld. Laut Internetseite hat die Kette sieben Läden im Landkreis Osnabrück. Im Landkreis Emsland gibt es lediglich in Lingen einen Standort.

Mehr als zwei Milliarden Umsatz

Nun soll die Handelskette vom wesentlich größeren Bünting-Konzern geschluckt werden. Das Unternehmen aus Leer hat nach eigenen Angaben 11.000 Mitarbeiter. Der Umsatz lag zuletzt bei mehr als zwei Milliarden Euro.

Zum Konzern gehören der Teehandel, aber vor allem 70 Combi- und 21 Famila-Supermärkte vorwiegend im nordwestdeutschen Raum. Durch die Handelsgesellschaft Markant Nordwest werden nach Unternehmensangaben zudem etwa 400 selbstständige Einzelhändler beliefert.

Jibi wäre der zweite Zukauf im ostwestfälischen Raum in kurzer Zeit. Erst vergangenes Jahr hatte Bünting 33 Minipreis-Märkte mit Sitz in Salzkotten übernommen.

„Erhalt der Arbeitsplätze“

Zu den Auswirkungen auf die Jibi-Arbeitsplätze äußerte sich Bünting in einer Stellungnahme zunächst nicht konkret. Vorstandschef Manfred Neumann wird in dem Schreiben wie folgt zitiert: „Die Gruppe insgesamt, aber auch die einzelnen Standorte werden gestärkt. Das führt nicht zuletzt zu einem langfristigen Erhalt der Arbeitsplätze in unserer Vertriebsregion.“ Jibi und Bünting hätten schon länger in einer Einkaufskooperation zusammengearbeitet. Dies sei eine „hervorragende Basis“ für die künftigen gemeinsamen Aufgaben, so Neumann.

Trotz des Zukaufs bleibt Bünting im Vergleich zu den großen Vier im Lebensmitteleinzelhandel vergleichsweise klein. Etwa 85 Prozent des Umsatzes in der Branche entfallen auf Rewe, Edeka, Lidl und Aldi. Diese Konzentration bezeichnete das Kartellamt jüngst als „besorgniserregend“. In einer 400 Seiten starken Untersuchung spricht das Amt von einem „gravierenden Vorsprung gegenüber ihren mittelständischen Konkurrenten“.


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