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29.09.2014, 17:30 Uhr STARKE BUSKONKURRENZ

Deutsche Bahn droht unter die Räder zu kommen

Kommentar von Alexander Klay

Die Bahn erhöht die Ticketpreise in diesem trotz steigender Energie- und Personalkosten deutlich langsamer als in den Vorjahren. Foto: dpaDie Bahn erhöht die Ticketpreise in diesem trotz steigender Energie- und Personalkosten deutlich langsamer als in den Vorjahren. Foto: dpa

Osnabrück. Die Bahn erhöht die Ticketpreise in diesem trotz steigender Energie- und Personalkosten deutlich langsamer als in den Vorjahren. Als einen Grund wird die Konkurrenz durch Fernbusse genannt. Dazu ein Kommentar:

Zu spät, kein Sitzplatz garantiert, und das zu einem gefühlt völlig überteuerten Preis: Die Deutsche Bahn und ihr schlechtes Image sind wie Pech und Schwefel – zumindest am Stammtisch scheint es, als sitze das Chaos bei jeder Bahnfahrt mit im Zug.

Auch wenn der Alltag auf den Schienen besser aussieht: Die Deutsche Bahn muss sich mächtig strecken, um nicht unter die Räder der jungen Fernbus-Konkurrenz zu kommen. Den Wettbewerb hatte sie völlig unterschätzt. Zuletzt 131 Millionen Bahnfahrern in Fernzügen werden 2014 wohl 21 Millionen Fahrgäste im Fernbus gegenüberstehen. Kaum zu glauben, dass die Bahn angesichts dieser Zahlen nur geringe Einbußen fürchtet.

Sicher: Wer es eilig hat und nicht auf jeden Euro achten muss, wird sich wohl kaum auf eine elfstündige Bustortur von Norddeutschland nach München einlassen. Aber auf vielen anderen Strecken ist der Fernbus zu einer Alternative geworden. Selbst wenn die aktuellen Kampfpreise auf Dauer nicht zu halten sind, wird der Bus in den allermeisten Fällen die billigere Variante sein. Hier muss die Bahn eine Qualitätsoffensive starten und ihr Preismodell generell überdenken.

Und die Deutsche Bahn muss in ganz anderer Hinsicht an Preis und Leistung arbeiten. In Niedersachsen hat sie eine Ausschreibung nach der anderen für Regionalbahnen verloren – im Vergleich zu Konkurrenten wie der Westfalenbahn war sie zu teuer. Auch das ist eine drängende Baustelle.


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