Zivilprozess gegen Osnabrücker Wiener Firma will Geld von Osnabrücker Solartechnics-Manager

Meine Nachrichten

Um das Thema Wirtschaft Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

2011 lockten hohe Einspeisevergütungen aus Solaranlagen. Heute streiten eine Wiener Firma und ehemalige Manager des Osnabrücker Unternehmens SN Solartechnics vor Gericht über die Folgen des Goldrauschs. Foto: dpa2011 lockten hohe Einspeisevergütungen aus Solaranlagen. Heute streiten eine Wiener Firma und ehemalige Manager des Osnabrücker Unternehmens SN Solartechnics vor Gericht über die Folgen des Goldrauschs. Foto: dpa

Osnabrück. Die Pleite des Solarenergie-Unternehmens SN Solartechnics hat neben einem aufwändigen Strafprozess auch ein zivilrechtliches Nachspiel. Vor dem Landgericht Osnabrück wurde nun auch über die Klage des Wiener Solarparkbetreibers Sonneninvest gegen einen Osnabrücker gestritten.

„Ich habe nichts gewusst“, beteuerte der Mann. In dem von seinem Sohn gemeinsam mit Geschäftspartnern geknüpften Firmengeflecht um SN Solartechnics bekleidete er den Posten eines Geschäftsführers, der Verträge mit Kunden unterschrieb – nach eigener Darstellung lediglich als eine Art Frühstücksdirektor ohne Entscheidungsgewalt: „Ich habe meinen Namen hergegeben, und das war‘s für mich“, antwortete er dem Rechtsvertreter von Sonneninvest. Das Wiener Unternehmen fordert von dem Osnabrücker und dem weiteren Beklagten eine Anzahlung über 365 000 Euro zurück. Der zweite Beklagte, ein Hamburger Unternehmer spielte in dem Solartechnics-Konglomerat eine entscheidende Rolle.

Der Vorwurf der Klägerseite lautet, Vertreter von SN Solartechnics hätten das Sonneninvest-Management im Jahre 2011 zu einer raschen Anzahlung für den Kauf eines Solarparks im italienischen Imola gedrängt. Die 365 000 Euro hätten sie kassiert, den Park dann aber an einen anderen Investor verkauft. Bevor es danach zu einer Rückzahlung kommen konnte, ging SN Solartechnics im Sommer 2011 in die Insolvenz. Der Anwalt der Klägerseite sagte, die Anzahlung habe SN Solartechnics lediglich genutzt, um sich kurzfristig Liquidität zu beschaffen. Dabei hätten die SN-Vertreter seine Mandanten über die wahren Absichten hinter der Aktion im Unklaren gelassen.

Hitzige Verhandlung

Das zweifelte der Beklagte aus Hamburg an: Der Solarpark habe sich im Eigentum des Unternehmens CPA Capital Partners befunden, und Sonneninvest habe ihn durchaus noch erwerben können, dies aber nicht getan: „Ich weiß nicht, ob sie nicht kaufen konnten oder wollten“, sagte der Unternehmer in der teils hitzig verlaufenen Verhandlung. Nach Aussage eines Zeugen soll Sonneninvest einen Kapitalnachweis schuldig geblieben sein, dies soll den Erwerb blockiert haben.

Der Hauptwiderspruch in dem Zivilprozess am Landgericht betraf CPA Capital Partners. Auch diese Firma gehörte zu dem aus Osnabrück und Hamburg gesteuerten Firmengeflecht um SN Solartechnics. Die Kläger argumentierten, von der Existenz und Zugehörigkeit der CPA zu SN hätten sie erst nach der Anzahlung erfahren. Ihnen habe man schlicht gesagt, der Solarpark sei an einen Dritten verkauft worden. Die beklagte Seite indes beharrte darauf, CPA als Eigentümer habe der Sonneninvest ordnungsgemäß einen Kaufvertrag zugeleitet, Sonneninvest habe aber nicht unterzeichnet.

Die Ausführungen der Prozessparteien und der Zeugen blieben nach Einschätzung der Vorsitzenden Richterin dürftig. „Bislang haben wir nichts“, sagte sie gegen Ende des Verhandlungstages. Das Urteil will sie am 9. Oktober verkünden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN