IAA Nutzfahrzeuge Blick in Zukunft der Transportbranche

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Ein Highlight der Nutzfahrzeug-Messe: Die VW-Designstudie „Tristar“ zeigt, was in einem neuen Transporter-Modell möglich sein soll. Foto: dpaEin Highlight der Nutzfahrzeug-Messe: Die VW-Designstudie „Tristar“ zeigt, was in einem neuen Transporter-Modell möglich sein soll. Foto: dpa

Hannover. Niemand sitzt am Steuer, und der Motor brummt nicht, als sich ein 25 Meter langer Gigaliner rückwärts an die Laderampe schiebt. Der Fahrer steht an der Seite und dirigiert das Gespann mit einem Finger am Tablet-Computer. Was der Automobilzulieferer ZF auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zeigt, ist der erste Schritt zum automatisierten Fahren.

Bis solche Systeme reif für die Praxis sind, dürften noch etliche Jahre ins Land gehen. Doch auf den Pressetagen vor der Eröffnung der Leitmesse der Nutzfahrzeug-Branche (25. September bis 2. Oktober) zeigen die Hersteller, was bis zum Ende des Jahrzehnts machbar sein soll. So will Bosch etwa den Elektro-Hybridantrieb vom Pkw auf den Lkw übertragen.

Zwei Schlagworte sind in den Messehallen zu hören: Vernetzung und Effizienz. Das Internet soll in die Fahrzeuge einziehen, und jedes Bauteil wird auf mehr Leistung oder weniger Gewicht getrimmt. „Prozentpunkt für Prozentpunkt arbeiten unsere Ingenieure daran, den Verbrauch zu senken“, sagt Bosch-Geschäftsführer Wolf-Henning Scheider.

Bis 2020 will Bosch den Verbrauch von neuen Lastwagen um 15 Prozent senken – wobei ein Prozentpunkt bei einem Lkw im Schnitt jährlich 700 Euro weniger Kosten bedeutet. Dabei helfen sollen vernetzte Fahrassistenzsysteme, die vor einem nahenden Stauende warnen, aktuelle Tempolimits berücksichtigen und Verschleiß automatisch der Spedition melden. „2016 wird jedes neue Nutzfahrzeug internetfähig sein“, sagt Scheider.

Im Hier und Jetzt hadert die Branche jedoch mit volatilen Märkten. In Südamerika verkaufte VW bis Ende August nur 26.500 leichte Nutzfahrzeuge, sagte Spartenchef Eckhard Scholz, 47 Prozent weniger als im Vorjahr. Wegen der Ukraine-Krise stagniert der Markt in Osteuropa. Weltweit verkaufte VW 221.000 leichte Nutzfahrzeuge, 1000 mehr als im Vorjahr.

Das betrifft auch das Geschäft der Zulieferer. ZF, mit mehr als 3000 Mitarbeitern in der Dümmer-Region vertreten, kämpft mit den Schwierigkeiten in der Ukraine und Russland und einem Absatzrückgang von 24 Prozent bis Ende August in Südamerika. Weltweit stieg der Umsatz jedoch um zehn Prozent auf 12,1 Milliarden Euro.

Steigende Absatzzahlen verzeichnen Hersteller aktuell im einstigen Krisenland Spanien. „Südeuropa zieht wieder an, lange aufgeschobene Investitionen werden nachgeholt“, sagt Bernard Krone, Geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Fahrzeugwerks im emsländischen Werlte.

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