Geringere Besatzdichte geplant Hähnchen sollen bald mehr Platz im Stall haben

Von Dirk Fisser

Blick in einen Hähnchenstall im Landkreis Vechta. Foto: dpaBlick in einen Hähnchenstall im Landkreis Vechta. Foto: dpa

Osnabrück. Hähnchen und Puten in Deutschland könnten ab dem kommenden Jahr mehr Platz im Stall haben. Zwischen Geflügelbranche und Einzelhandel liefen derzeit Verhandlungen, die Besatzdichte flächendeckend zu senken, bestätigte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).

Im Zuge der brancheninternen Initiative Tierwohl sei geplant, die Besatzdichte bei Hähnchen um gut zehn Prozent von derzeit zusammengenommen 39 Kilogramm Lebendgewicht auf dann 35 Kilogramm zu reduzieren. Bei Puten sei eine Reduktion von fünf Kilogramm im Gespräch. Die Initiative, bei der Bauern den Aufwand für bessere Haltungsbedingungen im Stall durch den Einzelhandel ersetzt bekommen, soll Anfang kommenden Jahres starten.

Wiesenhof-Chef zuversichtlich

Im Interview unserer Zeitung sagte Peter Wesjohann, Chef von Deutschlands größtem Geflügelfleischproduzenten Wiesenhof, er sei optimistisch, dass die Reduktion im Stall so umgesetzt werde. Wesjohan warnte aber: „Tierwohl-Produkte kann es auf Dauer am Markt nur geben, wenn der Mehraufwand finanziert wird.“ Er gehe ohnehin davon aus, dass die Geflügelfleischpreise steigen würden. „Nicht alle Anbieter werden in fünf Jahren noch am Markt sein. Auch deswegen erwarte ich künftig höhere Preise.“

Absatzplus dank WM-Sommer

Wiesenhof selbst könne unterdessen auf eine erfolgreiche Grillsaison 2014 zurückblicken, so Wesjohann: „Das gute Wetter in Teilen von Deutschland und die WM haben sich sehr positiv ausgewirkt. Wir haben etwa sechs Prozent mehr Geflügelfleisch abgesetzt als im vergangenen Sommer.“

Vegetarier als Zielgruppe im Blick

Unabhängig davon habe sein Unternehmen auch unerwartete Zielgruppen im Visier: Man müsse sich mit Vegetariern und Veganern befassen, sagte Wesjohann. „Auch wenn der Anteil am Gesamtmarkt noch sehr gering ist.“ Erst kürzlich hatte der Wurstproduzent Rügenwalder-Mühle aus Niedersachsen erklärt, innerhalb der nächsten fünf Jahre mindestens 30 Prozent seines Umsatzes mit vegetarischen Produkten erzielen zu wollen. Im Gespräch sind vegetarische Würste. Wiesenhof-Chef Wesjohann äußerte sich nicht näher zu Produkten.

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