Anbieter City2City gibt auf Preiskampf beim Fernbus

Von Désirée Therre

Ein Bus des börsennotierten Fernbus-Unternehmens National Express am Hauptbahnhof von Frankfurt. Dem Anbieter wurde der Preisdruck zu hoch – er fährt ab. Foto: dpaEin Bus des börsennotierten Fernbus-Unternehmens National Express am Hauptbahnhof von Frankfurt. Dem Anbieter wurde der Preisdruck zu hoch – er fährt ab. Foto: dpa

Osnabrück. Kaum sind sind sie da, sind sie auch schon weg? Das erste Fernbus-Unternehmen hat aufgegeben: Am 13. Oktober stellt der Anbieter City2City die Omnibussparte in Deutschland ein. Der Preisdruck auf dem jungen deutschen Markt ist „extrem“, sagen Experten.

„Es herrscht ein großer Wettbewerbsdruck“, sagt Christoph Gipp, Verkehrswissenschaftler beim Iges-Institut. Rund 40 Anbieter gebe es in Deutschland. Gerade auf Strecken, die die Ballungszentren bedienen, herrsche ein „sehr starker Preiskampf“, sagt er.

Aus diesem Grund hatte der Anbieter City2City angekündigt, seine Busfahrten in Deutschland ab Oktober einzustellen. „Aufgrund der aktuellen Tiefpreise“, so die Begründung des Unternehmens, wie Deutschlandsprecherin Natalie Link sagt. Hinter dem Anbieter steht der börsennotierte National Express Group, ein Verkehrsanbieter aus Großbritannien. Das Unternehmen sei im Fernbusgeschäft „etabliert“, sagt Link. Allerdings in einer anderen Preislage, wie die Sprecherin sagt. In Deutschland sei die sehr niedrig.

„Es kommt darauf an, wie man den Mix hinbekommt, zwischen Angebots- und Normalpreis“, sagt Verkehrswissenschaftler Gibb. Momentan würden viele Anbieter die Fahrt für vier Cent pro Kilometer und Person anbieten. Der Normalpreis läge bei 9 Cent. Er vermutet, dass der Anbieter früh erkannt hätte, dass es auf dem deutschen Markt nicht viel zu holen gibt. Das Unternehmen bleibt in Deutschland auf der Schiene aktiv.

Allerdings räumt Gibb auch ein, dass dieses Szenario wie aus dem „Lehrbuch“ für Wirtschaftswissenschaften sei. Der Fernbusverkehr sei in Deutschland eine junge Sparte. Laut des Experten gibt es gute „Überlebenschancen“ für die einzelnen Unternehmen, wenn sich das Preisniveau „mittel- bis langfristig“ ändert. In anderen Ländern wie Spanien herrschen andere Marktvoraussetzungen, da dort das Schienennetz nicht so dicht ist, wie Gibb sagt. „Das sind Märkte, die lange Zeit wachsen konnten“, meint er. In Deutschland wurde der Fernbusverkehr erst 2013 liberalisiert.

Andere Anbieter zeigen sich von dem Preiskampf nach außen unbeeindruckt. „Wir denken, dass da Platz für weiteres Wachstum ist“, sagt „Mein Fernbus“-Sprecher Florian Rabe. Auch der ADAC setzte mit dem Postbus auf Zuwachs und erweiterte das Angebot um neue Reiseziele.