154 Unternehmen betroffen IHK: Mehr Insolvenzen in der Region Osnabrück

Mehr Unternehmen in Osnabrück und dem Emsland mussten Insolvenz anmelden. 

            
Foto: dpaMehr Unternehmen in Osnabrück und dem Emsland mussten Insolvenz anmelden. Foto: dpa

Osnabrück. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ist im IHK-Bezirk Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim im ersten Halbjahr 2014 erstmals seit drei Jahren wieder angestiegen. 154 Unternehmen haben in diesem Zeitraum Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht. Das sind ein Viertel mehr als im Vorjahr. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der amtlichen Statistik durch die IHK.

In Niedersachsen gingen die Unternehmensinsolvenzen der Mitteilung der Kammer zufolge dagegen um 2 Prozent zurück.

Dieser Anstieg der Insolvenzen ist allerdings nach Angaben der IHK kein großes Problem, sondern eher eine Normalisierung. Die Zahl der Insolvenzen habe sich in den vergangenen zwei Jahren auf sehr niedrigem Niveau befunden. Aktuell liege die Zahl trotz des Zuwachses immer noch unter dem Wert aus dem Jahr 2011 .

Auch die Zahl der von den Insolvenzen betroffenen Beschäftigten sei mit 924 Personen noch vergleichsweise gering. Auf jeden Insolvenzbetrieb entfielen damit rechnerisch sechs Beschäftigte. Im Niedersachsen-Durchschnitt seien es dagegen 7,4 Beschäftigte.

Gleichwohl zeige der Zuwachs der Pleiten auch, dass Wirtschaftswachstum keine Selbstverständlichkeit sei, so die IHK. Vor diesem Hintergrund betrachtet sie mit Sorge die Belastungen des Exports unter anderem durch die Russlandsanktionen, aber auch Belastungen durch wirtschaftspolitische Entscheidungen wie die Einführung des Mindestlohns .

Die stärksten Zuwächse bei den Unternehmenspleiten verzeichneten das Verkehrsgewerbe, also Logistik- und Zulieferfirmen (+75 Prozent) und die Industrie (+50 Prozent). Im Handel nahmen die Insolvenzen um 46 Prozent, im Gastgewerbe um 20 Prozent zu. Einzig im Baugewerbe gingen die Insolvenzen zurück (-20 Prozent).

Unternehmen sollten frühzeitig reagieren, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung drohen. Um Unternehmen davor zu schützen, bietet die IHK zusammen mit der KfW Bankengruppe Unternehmen in Schwierigkeiten kompetente Beratung an. Ziel ist es, am „Runden Tisch“ Schwachstellen zu identifizieren und Maßnahmenvorschläge zur Überwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu entwickeln.

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