Saisonarbeiter im Agrarsektor 7,40 Euro: Mindestlohn für Erntehelfer ab 2015

Von Alexander Klay

Saisonarbeiter bekommen ab 2015 zunächst einen niedrigeren Stundenlohn als der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro – schrittweise soll der Betrag bis 2017 aber auf 8,60 Euro steigen. Foto: dpaSaisonarbeiter bekommen ab 2015 zunächst einen niedrigeren Stundenlohn als der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro – schrittweise soll der Betrag bis 2017 aber auf 8,60 Euro steigen. Foto: dpa

Osnabrück. Für die rund 320.000 Saisonarbeiter in Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau gilt ab 2015 ein Mindestlohn von 7,40 Euro. Der Tarifabschluss ist von Arbeitgeberverbänden und der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) am Donnerstag angenommen worden.

Mit der Annahme des Anfang Juli beschlossenen Tarifvertrags kann in dieser Branche der ab 2015 bundesweit geltende Mindestlohn von 8,50 Euro zunächst unterlaufen werden – entsprechende Übergangsregeln ermöglichen dies bis ins Jahr 2017. So sollen die Beschäftigten der untersten Lohngruppe, in die etwa Saisonarbeiter fallen, im Jahr 2015 mindestens 7,40 Euro in West- und 7,20 Euro in Ostdeutschland erhalten. 2016 steigt der Mindestlohn in Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau auf acht Euro (7,90 Euro in Ostdeutschland). Damit würden die Löhne schrittweise an den gesetzlichen Mindestlohn herangeführt.

Ab dem Jahr 2017 soll die Branche mit ihren insgesamt rund 750.000 Beschäftigten den gesetzlichen Mindestlohn überschreiten – bundesweit werde Erntehelfern dann 8,60 Euro Stundenlohn gezahlt. Für November 2017 ist eine weitere Steigerung auf 9,10 Euro vereinbart worden.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG BAU und Verhandlungsführer, Harald Schaum, bezeichnet das Verhandlungsergebnis als „passgenaue Lösung“, mit der die Branche „zukunftsfester“ gemacht werde. Die Verhandlungen über den Tarifvertrag sind mit dem Gesamtverband der Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) sowie der Arbeitsgemeinschaft der gärtnerischen Arbeitgeberverbände (AgA) geführt worden.

Andere Ausnahmeregelungen, die das Mindestlohngesetz der schwarz-roten Bundesregierung zulässt, sollen hingegen nicht ausgenutzt werden: Langzeitarbeitslose sollen den tariflichen Mindestlohn ab der ersten Stunde erhalten. Auch Jugendliche unter 18 Jahren haben darauf Anspruch, wenn sie nicht gleichzeitig Schüler sind.

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