Finnland-Chef Robert Blumberg in Osnabrück Valmet: Management bestätigt Produktion bis 2017

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Osnabrück. Auf einer IG Metall-Mitgliederversammlung im Osnabrücker Hotel Haus Rahenkamp hat das Valmet-Management den Auslauf der Produktion bis 2017 bestätigt. Dann wird sie ins polnische Zary verlegt, so der Plan.

Am Montagmittag haben Valmet-Geschäftsführer Bernhard Thünemann und Finnland-Chef des operativen Geschäfts, Robert Blumberg, Mitglieder der IG Metall und der Belegschaft darüber informiert, dass die Produktion bis 2017 am Standort Osnabrück bleibe. Zukünftige Produkte werden dann nur noch im polnischen Zary gefertigt, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme des Valmet-Managements. „Auf dem hart umkämpften Markt für Cabrio-Dachsysteme haben wir jetzt eine Möglichkeit gefunden, die Marke Valmet Automotive zu stabilisieren. Wir stehen zum Technologiestandort Osnabrück und wertschätzen die automobile Expertise in der Region“, sagte Blumberg.

Auch Thünemann begrüßte die Entscheidung, die 230 Mitarbeiter nicht sofort und auf einen Schlag entlassen zu müssen. „Wir können jetzt geordnet und nach Plan den Auslauf gestalten und das Unternehmen neu ausrichten“, sagte er. Die Unternehmensstruktur soll „von Grund auf verändert werden“, hieß es in der Mitteilung. Rund 100 Mitarbeiter werden auch weiterhin in der Entwicklung für Verdecksysteme, im Muster- und Prototypenbau sowie im Vertrieb in Osnabrück eingesetzt.

Dieser Nachricht waren mehrere Verhandlungsrunden sowie Proteste der Belegschaft gegen eine Stilllegung vorausgegangen.

Die „Kollegen hätten nun die Chance, Fragen zu stellen“, sagte Stephan Soldanski von der IG Metall Osnabrück vor der Versammlung im Haus Rahenkamp. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte er weiter.

Zuvor hatte Geschäftsführer Tühnemann bereits in kleiner Runde verkündet, dass die Produktion bis 2017 am Standort Osnabrück auslaufen soll. Dort werden derzeit Verdecke für Bentley, Porsche, Mercedes und Renault produziert.

„Ich will von einem Teilerfolg sprechen“, sagte Soldanski. Dies ließe den Mitarbeitern etwas mehr Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Damit scheint eine sofortige Stilllegung des Betriebs abgewendet.

Die Frage sei nun, ob der Betrag in Millionenhöhe – genauere Angaben wollte Soldanski nicht machen – bereitgestellt werde, um eine Restrukturierung, Abfindungen und eine Transfergesellschaft zu finanzieren. Für die Mitarbeiter der Abteilung Entwicklung, die auch über 2017 hinaus in Osnabrück bleiben soll, müssten stabile Bedingungen geschaffen werden, sagte der Gewerkschafter.

Am Wochenende hatten Mitglieder der IG Metall gemeinsam mit dem Betriebsrat Eckpunkte für einen Interessen - und Sozialplan formuliert. Als Voraussetzungen dafür, dass die Interessenvertreter der Arbeitnehmer mit der Geschäftsführung in Verhandlung trete, sieht Soldanski eine Zusammenfügung der Standort Osnabrück und Zary sowie ein Schutz von Patenten.

„Wir sind so leidgeprüft, dass wir schon mit dem kleinen Strohhalm zufrieden sind“, sagt Valmet-Mitarbeiter und Ex-Karmann Fariborz Arabi, der auch zu der IG Metall-Mitgliederversammlung gekommen war. „Aufgeschoben, nicht aufgehoben“, sagt er über die Pläne, 230 Mitarbeitern zu kündigen.

Wegen des rückläufigen Cabriomarkts will der Zulieferbetrieb-Valmet die Fertigung am Standort Osnabrück einstellen . Der Konzern hatte die Dachsparte des insolventen Traditionsherstellers Karmann in Osnabrück und im polnischen Zary Ende 2010 übernommen.

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(mit dpa)


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