Würziges aus Georgsmarienhütte Indasia wächst vor allem im Ausland

Von Siegfrid Sachse

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Reichlich zu tun gibt es derzeit für die Mitarbeiter bei Indasia. Foto: J. MartensReichlich zu tun gibt es derzeit für die Mitarbeiter bei Indasia. Foto: J. Martens

Georgsmarienhütte. Kräftiges Umsatzplus, feurige Fußballspiele bei der WM in Brasilien und Arbeit im Dreischichtbetrieb: Beim Gewürzhersteller Indasia aus Georgsmarienhütte laufen die Geschäfte derzeit rund.

Jahrhundertelang war neben einigen Kräutern Salz die einzige Würzung für Speisen in Mitteleuropa. Ganz anders heute: Muskat aus Indonesien, Zimt aus Madagaskar oder Pfeffer aus Indien – die Angebotspalette an Gewürzen aus aller Welt ist breit gefächert. Und durch Veredelung werden immer neue Gewürze hergestellt.

Zu den Unternehmen der Branche, die mit Erfolg um die Gunst der Verbraucher buhlen, zählt die Indasia Gewürzwerk GmbH mit Stammsitz in Georgsmarienhütte, die in diesem Jahr etwa 13000 Tonnen Gewürzmischungen, Rohgewürze, Gewürzmarinaden sowie technologische Additive produzieren wird.

Nachdem der Umsatz 2013 erneut um knapp zehn Prozent auf 38 Millionen Euro gestiegen ist, soll 2014 nach Angaben von Verkaufsleiter Hermann Olthuis und Marketing-Chefin Anke Stewering die 40-Millionen-Marke überschritten werden. Das Unternehmen konzentriert sich dabei absatzmäßig zu jeweils einem Drittel auf Fleischerfachgeschäfte, die Fleischwarenindustrie und den Lebensmitteleinzelhandel. Gleichzeitig setzt das Management darauf, die Distribution im Bereich Fisch auszubauen.

Der Export des 1949 von Hans Wulfes gegründeten Unternehmens, das sich seit etwa 35 Jahren zu 100 Prozent im Besitz der in der Schweiz beheimateten Familie Buchholz befindet, trägt inzwischen gut 50 Prozent zum Umsatz bei. Damit erntet das Management – Geschäftsführer ist seit zwei Jahren Arnold Juretko – jetzt zunehmend die Früchte des verstärkten Auslandsengagements. Der Gewürzspezialist ist weltweit tätig, wobei West- und Osteuropa, die arabischen Länder und Asien zu den Schwerpunkten zählen. Aber auch in Südamerika ist das Unternehmen mit seinen knapp 200 Beschäftigten – davon 170 Mitarbeiter am Stammsitz in Georgsmarienhütte – in Zusammenarbeit mit Partnern tätig. Eigene Vertriebsgesellschaften bestehen unter anderem in Russland, Tschechien und Polen. In China betreibt Indasia gemeinsam mit einem russischen Partner eine Fabrik zur Herstellung von Knoblauch- und Zwiebelprodukten sowie von Gemüsepaprika.

Olthuis und Stewering gehen davon aus, dass auch in Zukunft die stärksten Wachstumsimpulse vom Auslandsgeschäft kommen werden. Der Inlandsmarkt ist durch Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet. Aber auch hier rechnet sich das Unternehmen weiterhin gute Absatzchancen aus.

Impulse erhofft man sich durch neue Verpackungskonzepte. Die Führungsspitze setzt dabei unter anderem auf Haushaltspackungen für Endverbraucher. Nach ersten „Gehversuchen“ in 2013 erfolgte im Mai dieses Jahres die offizielle Markteinführung. Aber auch durch Aktivitäten anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien soll der Absatz gesteigert werden. Aktuell arbeitet Indasia in drei Schichten. Laut Olthuis ist das Unternehmen zurzeit sehr gut ausgelastet. Den Angaben zufolge besteht zwar die Möglichkeit, die Kapazität in Georgsmarienhütte auszuweiten, eine Realisierung dieser Überlegungen ist jedoch noch nicht spruchreif.

Nach Ansicht von Ansgar Pohlmann, Bürgermeister der Stadt Georgsmarienhütte, zeigt die erfolgreiche Unternehmenshistorie von Indasia, dass GMHütte ein guter Standort für Unternehmen sei, um sich zu entwickeln. Hier würden mittlerweile hochwertige Gewürze und Zutaten hergestellt, die aus vielen Küchen nicht mehr wegzudenken seien. Dem Kommunalpolitiker zufolge stellt Indasia zudem einen wertvollen Beitrag zur Vielfalt des produktiven Gewerbes in der Region dar und macht deutlich, dass auch Betriebe aus der Lebensmittelbranche am Standort mit Erfolg am Markt bestehen könnten.

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