Folgen der Cabrio-Flaute IHK: VW Osnabrück braucht starkes Fahrzeugmodell

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Montage im Volkswagen-Werk Osnabrück. Der Betrieb ist von der sinkenden Nachfrage nach Cabrio-Modellen betroffen. Archivfoto: Michael HehmannMontage im Volkswagen-Werk Osnabrück. Der Betrieb ist von der sinkenden Nachfrage nach Cabrio-Modellen betroffen. Archivfoto: Michael Hehmann

Osnabrück. Die IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sieht die Zukunft des Automobil-Standorts Osnabrück trotz Stellenstreichungen beim Zulieferer Valmet optimistisch. Voraussetzung sei jedoch, dass im Volkswagen-Werk Osnabrück ein absatzstarkes Fahrzeugmodell produziert werde. Insgesamt beurteilt die Kammer die Konjunkturaussichten der Region positiv.

„Wir wissen, dass Osnabrück viel Wohlwollen im Vorstand und im Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns“ genießt, sagte der Hauptgeschäftsführer der der regionalen Industrie- und Handelskammer (IHK), Marco Graf, bei der Vorlage von deren Geschäftsbericht für das Jahr 2013 in Osnabrück. Unterstützung erfahre das VW-Werk Osnabrück auch aus der niedersächsischen Politik. Graf schränkte jedoch ein, ein hoher Beschäftigungsgrad in dem wichtigen Ausbildungsbetrieb sei nur dann gesichert, wenn das Werk ein „gutes Modell“ produzieren könne. „Dass VW hier eine Zukunft hat, setzt voraus, dass ein entsprechendes Volumen da ist“, so Graf. Derzeit leidet das Werk unter der sinkenden Nachfrage nach dem in Osnabrück gefertigten Modell Golf Cabrio. Auch den Autozulieferer Valmet am Standort Osnabrück trifft die weltweite Absatzflaute bei Cabrios hart.

Für die Gesamtwirtschaft im Kammerbezirk erwartet die IHK-Spitze in diesem Jahr jedoch ein Wachstum von etwa zwei Prozent. Mit Blick auf 2013 sagte Kammer-Präsident Martin Schlichter: „Mit dem Konjunkturverlauf können wir insgesamt sehr zufrieden sein.“ Die Wirtschaft habe 2013 immer mehr an Fahrt gewonnen. Besonders gut lief es nach Beobachtungen der Kammer für die Nahrungsmittelbranche, befriedigend für die Metall verarbeitende Industrie. Die Bauindustrie holte wegen starker Nachfrage im Wohnungsbau nach einem wetterbedingt schwachen Start im Jahresverlauf auf. Schwer hatte es hingegen die unter starkem Wettbewerbsdruck stehende Möbelbranche.

Für bedrohlich halten Schlichter und Graf nach wie vor den Trend, dass immer mehr junge Menschen ein Hochschulstudium der Lehre im dualen Berufsbildungssystem vorziehen. Die deutsche duale Ausbildung gelte international als Vorbild, sagte Graf. „Dass ausgerechnet dieses System bei uns in Deutschland wackelt, während wir im Ausland dafür werben, halte ich für bedenklich.“

Unter anderem die Bildung und der Fachkräftemangel waren Themen IHK-interner Workshops im Mai. Aus den Ergebnissen der Treffen, an denen knapp 100 Unternehmen teilnahmen, will die IHK nun „regionalpolitische Positionen 2014 – 2018“ erarbeiten. Diese werden in der zweiten Jahreshälfte den Regionalausschüssen und der IHK-Vollversammlung vorgelegt und sollen nach Beschluss durch diese als Leitlinien bis zum Jahr 2018 dienen.


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