Riesenprojekt ExxonMobil: 30 Millionen Tonnen Öl aus dem Emsland

BP-Erdölraffinerie in Lingen: Sie kann zusätzliches Öl aus dem Ölfeld Rühlermoor im Emsland verarbeiten. Foto: Christoph WagenerBP-Erdölraffinerie in Lingen: Sie kann zusätzliches Öl aus dem Ölfeld Rühlermoor im Emsland verarbeiten. Foto: Christoph Wagener

Osnabrück. Die Energiekonzerne ExxonMobil und GDF Suez wollen in den kommenden Jahren bis zu 100 Millionen Euro in die Ölförderung im Emsland stecken. Beide Unternehmen bereiten sich darauf vor, mit neuer Technik zusätzlich 20 bis 30 Millionen Tonnen aus ihrem bereits erschlossenen Erdölfeld Rühlermoor bei Twist zu fördern.

Wie ExxonMobil mitteilte, wird das Unternehmen die Ausbaupläne für seine Förderung in der Gemeinde Twist/Rühlermoor am 3. Juni auf einer Antragskonferenz des Niedersächsischen Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie in Meppen vorstellen. Eine Zustimmung der Behörde steht noch aus.

Ein ExxonMobil-Sprecher nannte noch keine konkrete Summe, sprach aber von einem „wirklich großen Projekt“. Nach Informationen aus der regionalen Ölbranche wollen der US-Konzern und der französische Energieversorger bis zu 100 Millionen Euro investieren.

Die Planungen umfassen rund 140 neue Bohrungen. 65 alte Bohrlöcher sollen für den weiteren Betrieb aufbereitet werden. Zum Vergleich: Gemeinsam mit Royal Dutch Shell hat ExxonMobil im nahen niederländischen Schoonebeek 73 neue Bohrungen niedergebracht. Dort wollen sie Öl im Wert von knapp neun Milliarden Euro aus der Erde holen.

Im Emsland rechnet ExxonMobil nach einem Ausbau damit, binnen 30 Jahren bis zu 30 Millionen Tonnen fördern zu können. Das größte Ölfeld Deutschlands zu Lande enthielt ursprünglich 100 Millionen Tonnen. In den vergangenen 60 Jahren wurden rund 30 Millionen Tonnen gefördert .

Wie bisher, soll ein Thermalförderverfahren genutzt werden: Dabei wird Dampf in die Tiefe und dort in horizontale Bohrlöcher geleitet. Die Hitze verflüssigt zähes, zuvor nicht transportables Öl und drückt ein Öl-Wasser-Gemisch an die Oberfläche.

Die Energiekonzerne wollen die bestehende Dampferzeugung durch eine neue Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage ersetzen, die auch Strom für den Eigenbetrieb und die Netzeinspeisung produziert.Sie soll zum Teil mit Gas aus der Ölförderung, zum Teil mit zugekauftem Erdgas betrieben werden.

Das zusätzliche Öl aus Twist könnte in der Raffinerie des Ölkonzerns BP in Lingen verarbeitet werden. BP hatte im Januar auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt, die Raffinerie sei in der Lage, den Verarbeitungsanteil regionalen Öls von derzeit 25 Prozent auf bis zu 40 Prozent steigern.

Vorgesehen ist nun ein Planfeststellungsverfahren inklusive einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Zu der Antragskonferenz sind nach Angaben von ExxonMobil unter anderem Naturschutzverbände eingeladen. Bewohner der Region will das Unternehmen gesondert zu einer Informationsveranstaltung einladen.


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