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Vion verkauft an Paragon Artland Convience bekommt einen neuen Besitzer

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Vion trennt sich von seiner Wurst- und Fleischwarensparte. Foto: dpaVion trennt sich von seiner Wurst- und Fleischwarensparte. Foto: dpa

cbi/aky Osnabrück. Der niederländische Schlachtkonzern Vion hat am Montag offiziell bekannt gegeben, die Sparte Convenience Retail an den Münchener Finanzinvestor Paragon Partners verkauft zu haben. Damit wechselt auch Artland Convience am Standort Badbergen den Besitzer.

In einer Pressemitteilung bestätigte der Konzern damit Informationen unserer Zeitung vom Sonntag. „Im Anschluss an einen sorgfältigen Auswahlprozess mit verschiedenen Interessenten“ habe Vion am Freitag die Verträge zum Verkauf der deutschen Convenience Retail Sparte unterschrieben, heißt es in dem Pressetext.

Management soll bleiben

Neuer Haupteigentümer soll ein Konsortium von Paragon sowie Jürgen Abraham und Norbert Barfuß sein. Abraham ist Gründer des Rohschinkenherstellers Abraham-Schinken, Barfuß war bis vor einem Jahr Geschäftsführer von Vion Food Deutschland. Der jetzige Geschäftsführer David Müller-Elmau soll das Unternehmen nach Informationen der „Lebensmittel-Zeitung“ mit dem jetzigen Management fortführen. Die Mitarbeiter sollten am Montag über den Eigentümerwechsel informiert werden. Bereits im September hatte Vion angekündigt, die Artland Convencience GmbH verkaufen zu wollen – „ohne Zeitdruck“, wie es damals hieß.

Vion will sich nach eigenen Angaben künftig auf das Kerngeschäft fokussieren – die Schlachtung von Rindern und Schweinen sowie den sogenannten Convenience Foodservice. Die nun verkaufte Wurst- und Fleischwarensparte („Convenience Retail“) umfasst sieben Produktionsstätten, 29 Filialen, neun Frischecenter und drei Fleischmärkte. Vertrieben werden die Ppodukte unter den Marken „Lutz“, „Weimarer“, „Nocker“, „Artland“ , „Vegetaria“ und „Heiter – Ihr Rheingauer Metzger“. Der Gesamtumsatz dieser Sparte beläuft sich Vion zufolge auf rund 435 Millionen Euro.

„Lutz“ als neue Dachmarke

Mit dem mittelständischen Konsortium habe ein Käufer „mit langjähriger Erfahrung in der deutschen und europäischen Lebensmittelindustrie“ den Zuschlag erhalten, schreibt Vion. Ausschlaggebend bei der Auswahl des neuen Eigentümers sei die „kompetente und fachliche Fortführung des Geschäfts“ gewesen. Vion bestätigte ferner, dass das Konsortium die bisherigen Aktivitäten der Sparte unter dem Dach der Lutz Fleischwaren weiterführen werde. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Erst zum 30. April hatte Vion einen defizitären Schlachthof in Lingen geschlossen – schlechte wirtschaftliche Prognosen hätten den Ausschlag gegeben, teilte der Konzern mit. Der Verlust habe jährlich die Millionengrenze überschritten. Betroffen sind rund 270 Mitarbeiter.

Der Investor Paragon Partners hatte erst vor einer Woche bekannt gegeben, noch im Mai die insolvente Verlagsgruppe Weltbild zu übernehmen. Die Münchener beteiligen sich nach eigenen Angaben an Unternehmen im deutschsprachigen Raum, die zwar von einer finanziellen Schieflage betroffen sind, denen aber eine positive Perspektive attestiert wird.

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