Ukraine-Krise belastet Geschäft Landmaschinenhersteller Krone rüstet sich für starkes Wachstum


Spelle. Mit Investitionen von knapp 50 Millionen Euro stellt sich der Landmaschinenhersteller Krone zurzeit für deutliches Wachstum auf. Das Konzept „Maschinenfabrik 2015“ steht kurz vor dem Abschluss. „Krone gibt weiter Gas“, sagt Geschäftsführer Bernard Krone am Dienstag beim Auftakt einer hauseigenen Leistungsschau. Aktuell drückt jedoch die Ukraine-Krise aufs Geschäft.

Schon Anfang 2012 ist ein neues Logistikzentrum am Sitz im emsländischen Spelle in Betrieb gegangen, ein Jahr später folgte ein Trainingszentrum. Seit vergangenem Oktober läuft die erweiterte Feldhäcksler-Produktion. Und ein neues Technologiezentrum folgt in diesem Sommer. Dort sitzen künftig Entwicklung, Service und Qualitätssicherung unter einem Dach. „Wir versprechen uns davon eine deutliche Effizienzsteigerung“, sagt Krone. Erstmals hat die Maschinenfabrik am Dienstag Einblick in ihre neue Produktionshalle für Feldhäcksler gewährt. In dem rund 200 Meter langen Gebäude werden die Fahrzeuge an einem Band in zwölf Schritten produziert. Die Halle umfasst auch einen Prüfstand, an dem alle Belastungen des Alltags simuliert werden. Zehn Stück verlassen die Halle am Tag.

Mittelfristig will Krone die Feldhäcksler-Produktion mit dem Neubau deutlich steigern. Von derzeit jährlich 300 auf 600. „Deshalb war eine deutliche Erweiterung der Montage nötig“, sagt der Geschäftsführer des Familienunternehmens. Großes Potenzial sieht er für die neuen Maschinen der mittleren Leistungsklasse BigX480 und 580 – große Nachfrage bestehe etwa in Südamerika und Asien, besonders in Brasilien, Chile und China.

Läuft alles wie geplant, soll der Weltmarktanteil in diesem Segment von derzeit zehn auf zwanzig Prozent steigen. Im laufenden Jahr rechnet der Landmaschinenhersteller jedoch zunächst mit einer schwächeren Entwicklung. Vor allem wegen der anhaltenden Ukraine-Krise – sowohl die Ukraine als auch Russland sind wichtige Märkte für Krone – wird mit einem stagnierenden Absatz gerechnet.

In den letzten drei Jahren hat Krone einen Umsatzanstieg von 70 Prozent verbucht. Im Geschäftsjahr 2012/13 gab es zuletzt ein Plus von elf Prozent auf 564 Millionen Euro. „In diesem Jahr sind wir bei der Umsatzentwicklung nicht ganz so euphorisch“, sagt Krone. „Vielleicht mit einem kleinen einstelligen Minus“, ergänzt Wilhelm Voss, in der Geschäftsführung für den Vertrieb zuständig.

Grundsätzlich sehen die Unternehmenslenker jedoch keine Gefahr für die weitere Entwicklung. Voss: „Wir sind optimistisch, dass wir unseren Wachstumskurs fortsetzen können.“ Personalabbau, wie ihn zuletzt bereits Wettbewerber angekündigt hatten, soll es nicht geben. Vielmehr will Krone in diesem Jahr Zeitarbeiter in die Festanstellung übernehmen.
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