Bund und Länder einig Verbot der Küken-Tötung in Deutschland rückt näher

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Küken in einer Brüterei. Foto: ImagoKüken in einer Brüterei. Foto: Imago

Osnabrück. Das Verbot des Tötens männlicher Eintagsküken rückt näher: Geschlossen haben die Länder-Agrarminister auf ihrem Treffen in Cottbus den Bund aufgefordert, das Thema voranzubringen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will „schnellmöglich Ergebnisse vorlegen“.

Er habe veranlasst, entsprechende Forschung zu intensivieren, um die „nicht hinnehmbare Praxis“ zu stoppen, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ . Bislang werden männliche Küken von Legehennenrassen kurz nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert, weil sie weder in der Fleisch- noch der Eierproduktion gewinnbringend einzusetzen sind. Wissenschaftliche Ansätze wie die Geschlechtsbestimmung im Ei oder das sogenannte Zwei-Nutzungs-Huhn sollen dem ein Ende machen.

Die Einschätzung teilen seine Länderkollegen. Auf der Agrarministerkonferenz in Cottbus einigten sie sich parteiübergreifend darauf, dass der Bund schnellstmöglich Forschungsergebnisse vorlegen soll, „mit dem Ziel, das Töten männlicher Eintagsküken“ zu umgehen, war aus dem Landwirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen zu erfahren.

50 Millionen Küken jährlich

Nach Schätzungen von Tierschützern werden jährlich in Deutschland 50 Millionen männliche Küken getötet. NRW sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, als per Erlass die Tötung untersagt wurde. „Wir beschreiten mit diesem Vorgehen in Deutschland einen Pionierweg im Tierschutz“, erklärte seinerzeit Agrarminister Johannes Remmel (Grüne).

Allerdings ist es keinesfalls so, dass deswegen künftig keine Küken mehr in Nordrhein-Westfalen getötet werden dürften: Explizit erlaubt ist weiterhin das Vergasen und Verfüttern an Raubtiere. In den durch die Landkreise in NRW ausgestellten Ordnungsverfügungen auf Basis des Erlasses der Landesregierung heißt es: Das Verbot gilt nicht für die Tötung von männlichen Küken, „bei denen zum Zeitpunkt der Tötung nachweislich feststeht, dass die Tierkörper an solche Tiere verfüttert werden, deren artgerechte Ernährung die Fütterung ganzer Tierkörper in dieser Größe zwingend erfordert.“ Eine Weitergabe der Kadaver an Zoos oder Greifvogelhalter wäre weiterhin erlaubt.

Alles darüber hinaus gehende sollte eigentlich ab dem 1. Januar 2015 verboten werden. Allerdings klagen die Brütereien in Nordrhein-Westfalen dagegen. Nun müssen erst die Verwaltungsgerichte entscheiden. Bis dahin kann noch einige Zeit vergehen.

Enddatum in Niedersachsen?

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hatte zuletzt angekündigt, ein Enddatum der Küken-Tötung festlegen zu wollen. Die Geflügelwirtschaft ist alarmiert. Der niedersächsische Branchenverband hatte sich vor der Agrarministerkonferenz per Brief an Meyer gewandt. Darin warnte Verbandschef Friedrich-Otto Ripke vor einem übereilten Verbot. Dies könne dazu führen, dass Unternehmen aus Niedersachsen abwandern. „Ohne Küken aus Niedersachsen, keine Legehennen und Eier aus Niedersachsen“, so Ripke in dem Schreiben.


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