Rekord bei Übernachtungen Tourismusrekord in Niedersachsen

Von Hans Brinkmann

<em>Am Strand </em>von Cuxhaven-Döse. Foto: dpaAm Strand von Cuxhaven-Döse. Foto: dpa

Hannover. In Niedersachsen ist 2012 erstmals die Schallmauer von 40 Millionen Übernachtungen durchbrochen worden. Dennoch verwiesen Touristikexperten gestern in Hannover auf Verbesserungsbedarf – zum Beispiel müsse mehr Wert auf Innovationen gelegt werden.

Bei der Vorstellung des jüngsten Sparkassen-Tourismusbarometers würdigten der Präsident des niedersächsischen Sparkassenverbandes, Thomas Mang, und Geschäftsführer Manfred Zeiner vom Deutschen Fremdenverkehrsinstitut in München den Anstieg der Übernachtungszahlen um 1,7 Prozent auf die neue Rekordmarke. Diese im Grundsatz erfreuliche Tendenz werde aber durch einige Faktoren getrübt.

So habe festgestellt werden müssen, dass Niedersachsen 2012 im Gesamtzuwachs und beim ansonsten dynamischen Städtetourismus unter den Steigerungsraten im Bundesdurchschnitt gelegen habe. Zudem sei eine Stagnation bei Tagesreisen erkennbar, und auch beim Anteil von Ausländern an den Besuchern gebe es in diesem Bundesland noch Nachholbedarf. Bemerkenswert ferner: Im Gegensatz zu boomenden Regionen wie etwa Osnabrück/Emsland (plus 5,3 Prozent) mussten Ostfriesland und die Inseln einen leichten Rückgang der Gesamtübernachtungen verschmerzen. Trotz des Übernachtungsrekords seien die Umsätze sowohl im Beherbergungs- als auch im Gastronomiegewerbe in Niedersachsen gesunken, hoben Mang und Zeiner hervor. Als eine Ursache dafür nannten sie eine Verlagerung auf den Campingbereich und Schulungsheime, wo weniger Umsatz pro Person generiert werde.

Als eine Konsequenz plädierten Mang und Zeiner dafür, beim Tourismus in Niedersachsen mehr Innovation zu entfalten. Der Geschäftsführer des Fremdenverkehrsinstituts rief das zuständige Wirtschaftsministerium auf, eine landesweite Innovationsstrategie zu entwickeln, um die touristischen Angebote flächendeckend auf den neuesten Stand zu bringen und um zugkräftige Ideen zu bereichern.

Mang verwies in diesem Zusammenhang auf gute Beispiele etwa auf den Ostfriesischen Inseln. So sei Borkum als erste allergikerfreundliche Insel Europas ausgezeichnet worden; Juist wolle sich als klimaneutrale Insel etablieren. Positiv zu bewerten seien auch Initiativen wie ein Konzept mit Elektrofahrrädern im Weserbergland oder die Einführung von „Sightjogging“, einer Verbindung von Laufen und Stadtführung.