Arbeiten im Zeitplan Forschungsschiff in Meyer Werft fast fertig

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Das Forschungsschiff «Sonne» im Baudock der Papenburger Meyer Werft ist fast fertig. Foto: dpaDas Forschungsschiff «Sonne» im Baudock der Papenburger Meyer Werft ist fast fertig. Foto: dpa

cass Papenburg. Das Forschungsschiff «Sonne» im Baudock der Papenburger Meyer Werft ist fast fertig. Im April sei das Ausdocken des 124 Millionen Euro teuren Neubaus geplant, sagte Werft-Sprecher Peter Hackmann.

Ebenso wie die großen Kreuzfahrtschiffe steht dann als erste Fahrt die Emspassage von Papenburg in die Nordsee an. Allerdings werde es bis zur Jahreswende dauern, bis das Schiff an die Auftraggeber übergeben werden kann. Nicht nur die Werft werde das Schiff technisch-nautisch testen. «Auch die Wissenschaftler selber machen noch eine dreimonatige Erprobung», sagte Hackmann.

Themen-Spezial zur Meyer Werft

Das Schiff «Sonne» löst nach mehr als 44 Jahren seinen Vorgänger gleichen Namens ab. 40 Wissenschaftler haben an Bord Platz, um in den Haupteinsatzgebieten, dem Indischen und Pazifischen Ozean, Hochseeforschung zu betreiben. Themengebiete sind zum Beispiel der Klimawandel, die Versorgung mit maritimen Rohstoffen und die Folgen des Eingreifens in die Ökosysteme.

«Bei der Konstruktion des Schiffes gab es viele technische Herausforderungen», sagt Hackmann. Es sei besonders umweltfreundlich und energieeffizient. Der Schiffskörper sei so gestaltet, dass störende Vibrationen oder Luftblasenbildung am Bug weitgehend vermieden werden, um Echolotuntersuchungen nicht zu verfälschen. Darüber hinaus verfügt das Schiff über Einrichtungen für die Versorgung mit Landstrom. Angetrieben wird die „Sonne“ mit einer Diesel-elektrischen- Anlage mit 2 Propellern. Zusätzlich hat das Schiff einen sogenannten Pump Jet. Dabei handelt es sich um einen 360 Grad steuerbaren Spezialantrieb, der mit einem Wasserstrahl in allen Richtungen vollen Schub zur Verfügung stellt, das auch bei geringen Wassertiefen. Außerdem verbauen die Schiffbauer bei dem Forschungsschiff einen ausfahrbaren Ruderpropeller, mit dessen Hilfe sich die „Sonne“ durch eine 360-Grad-Drehung des Unterwasserteils auf der Stelle dynamisch bewegen kann. Mit dieser Kombination ist es möglich, das Schiff genau auf einer Position zu halten.

Im April 2013 war die „Sonne“ auf Kiel gelegt worden. Der Auftrag für das 116 Meter lange und 20,60 Meter breite Schiff hat ein Volumen von etwa 125 Millionen Euro. Dabei werden 90 Prozent vom Bund und 10 Prozent von den norddeutschen Küstenländern finanziert. Der Heimathafen wird in Wilhelmshaven sein. (mit dpa)


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