Abfüllgeschäft Berentzen: Pepsi geht, Sinalco kommt

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Berentzen-Abfüllung: Das Unternehmen füllt nicht nur Hochprozentiges, sondern auch Limonaden ab - künftig Sinalco statt Pepsi. Foto: dpaBerentzen-Abfüllung: Das Unternehmen füllt nicht nur Hochprozentiges, sondern auch Limonaden ab - künftig Sinalco statt Pepsi. Foto: dpa

Osnabrück. Das Jawort aus Duisburg dürfte bei den Mitarbeitern des Haselünner Getränkeherstellers Berentzen Erleichterung ausgelöst haben: Berentzen erhält eine Abfüll- und Vertriebskonzession des Limonadenherstellers Sinalco aus der Duisburger Getränkegruppe Hövelmann. Zuständig dafür wird Berentzens Mineralwasser- und Limonadentochter Vivaris sein, die im Emsland und im brandenburgischen Grüneberg produziert. Anfang 2015 soll es losgehen.

Erleichterung, weil bis Anfang der Woche ungewiss war, was aus Berentzens Abfüll- und Vertriebslinie für nichtalkoholische Getränke werden würde. Der amerikanische Pepsico-Konzern hatte im vergangenen Sommer verkündet, die Zusammenarbeit mit Berentzen Ende 2015 auslaufen zu lassen – nach stolzen fünf Jahrzehnten, in denen Berentzen für die Amerikaner Pepsi abfüllte. Das nichtalkoholische Geschäft der für Schnäpse und Liköre bekannten Berentzen-Gruppe macht mehr als ein Drittel des Umsatzes aus.

„Die Kapazitäten bei Vivaris in Haselünne bleiben ausgelastet, sagte am Dienstag ein Berentzen-Sprecher. Das Geschäft mit den Duisburgern werde die Pepsi-Abfüllung ersetzen. Dabei sei zwar mit einem leichten Umsatzrückgang zu rechnen, doch werde das Konzessionsgeschäft weiter „einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis“ liefern. Auch Vivaris-Geschäftsführer Bernhard Brinkmann ist zuversichtlich: „In Deutschland kennt Sinalco jeder.“ Er sei sicher, seine Abnehmer in Gastronomie und Großhandel von Sinalco überzeugen zu können, sagte Brinkmann.

Der Handelsexperte Thomas Roeb dagegen hält den Ersatz von Pepsi durch Sinalco für – zumindest oberflächlich – keinen guten Tausch: „Im Vergleich mit Pepsi ist Sinalco klar die schwächere Marke“, sagte der Professor für Handelsbetriebslehre und Marketing an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Sinalco könne aus der künftigen Partnerschaft mehr Nutzen ziehen als Berentzen – es sei denn, Sinalco biete besonders gute Konditionen. Denn wenn die Haselünner nicht nur die Abfüllung, sondern auch den Vertrieb übernähmen, „dann bekommt Berentzen die schwächere Marke und muss für Sinalco die Absatzkanäle erschließen und ausbauen“, so Roeb. Das aber sei ein schwieriges Geschäft auf dem gesättigten deutschen Limonadenmarkt.

Die Börse reagierte auf die Nachricht von der Sinalco-Konzession mit einer leichten Kurssteigerung: Die Berentzen-Aktie legte von knapp 4,55 Euro auf rund 4,85 Euro zu. Allerdings hatte sie im Sommer noch bei fast 6,50 Euro gestanden.

Der Berentzen-Experte der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Roland Klose, sieht in der Partnerschaft mit Sinalco dennoch eine passable Lösung. „Das ist kein Grund für Hurra-Rufe, aber die Stabilisierung ist sichergestellt“, sagt Klose.

Und dann ist da ja noch das Kerngeschäft mit Hochprozentigem. Hier scheint sich die Konzentration auf eigene Marken zu bewähren: Bei den Fruchtspirituosen verbuchte Berentzen in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ein Absatzplus von sieben Prozent.

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