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Defizit auch 2013 Niels-Stensen-Kliniken: Stellenabbau unumgänglich

Von Christof Haverkamp

Die Niels-Stensen-Kliniken – hier das Haus in Bramsche – halten einen Stellenabbau für notwendig. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDie Niels-Stensen-Kliniken – hier das Haus in Bramsche – halten einen Stellenabbau für notwendig. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Osnabrück. Die Niels-Stensen-Kliniken GmbH hält aufgrund eines Defizits in diesem Jahr einen Stellenabbau für unumgänglich. Betriebsbedingte Kündigungen seien hierbei ausgeschlossen, teilte Kliniksprecher Roland Knillmann auf Anfrage mit.

„Der Stellenabbau wird so gestaltet werden, dass die Belastungen für Patienten und Personal so gering wie möglich ausfallen“, versicherte Knillmann. Vorgesehen seien Vakanzen und Umbesetzungen in den Niels-Stensen-Kliniken , um die Personalkosten zu senken. In welcher Größenordnung und in welchen Bereichen Stellen abgebaut werden sollen, dazu wollte Bernd Runde, stellvertretender Geschäftsführer des Klinikverbundes, auf Nachfrage aber keine Auskunft geben.

Eine Schließung einzelner Häuser sei im Zusammenhang mit den Einsparungen nicht geplant. Die Zahl der Operationen solle nicht verringert werden. „Unser Ziel ist es, unsere Leistungen zu halten“, teilte Runde mit. Auch ein Abbau der Bettenzahlen sei nicht vorgesehen. „Wir müssen Prozesse und Abläufe optimieren und das Leistungsgeschehen aufrecht erhalten“, erklärte der Geschäftsführer dazu.

Kürzung von Tarifleistungen

Zusätzlich zum Stellenabbau sei für 2014 eine Kürzung tariflicher Leistungen vorgesehen, um im kommenden Jahr ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erzielen. Dies bedeute, dass für alle Häuser des Klinikverbundes beantragt werde, auf die Tarifsteigerungen für 2014 zu verzichten und den Beitrag für die kirchliche Zusatzversorgungskasse um maximal zwei Prozentpunkte abzusenken. Wenn nötig, werde außerdem die Kürzung des Weihnachtsgeldes 2014 beantragt. „Es werden selbstverständlich alle Berufsgruppen von den Sparmaßnahmen betroffen sein“, betonte Geschäftsführer Runde. Im übrigen wollen die Niels-Stensen-Kliniken sämtliche Sachkosten intensiv und kritisch prüfen.

Weil die Niels-Stensen-GmbH ein kirchlicher Krankenhausträger ist, trifft die Entscheidung über die Kürzungen eine Unterkommission der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes ,der jeweils drei Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter angehören. Erst wenn die Unterkommission eine mehrheitliche Entscheidung treffe, könnten die Maßnahmen umgesetzt werden, erklärte die Klinikleitung. Dieses Verfahren entspricht dem sogenannten Dritten Weg des kirchlichen Arbeitsrechts.

Für 2015 würden weitere Kostensenkungen notwendig, kündigte Knillmann an. „Die aktuellen Planungen schließen aber weitere tarifliche Einschnitte für die Mitarbeitenden aus“, fügte er hinzu. An allen Standorten seien die Beschäftigten ausführlich informiert worden.

„Neurochirurgie hat keinen Anteil“

Die Ursache für das Defizit liegt nach Darstellung des Klinikverbundes vor allem an der mangelhaften Finanzierung der Leistungen durch die Kostenträger. Das sind vor allem die Krankenkassen und das Land Niedersachsen. Für das Jahr 2011 mussten die Niels-Stensen-Kliniken Verluste von rund 5,4 Millionen Euro ausweisen, für 2012 waren es 1,6 Millionen Euro. Die Zahlen für das laufende Jahr werden erst im Juli 2014 veröffentlicht, nachdem der Jahresabschluss 2013 durch Wirtschaftsprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat angenommen worden ist. „Die Neurochirurgie am Marienhospital in Osnabrück hat keinen Anteil an der Situation, die uns zu den Sparmaßnahmen zwingt“, unterstrich Runde auf Nachfrage.

4551 Mitarbeiter in allen Einrichtungen

Zu den Niels-Stensen-Kliniken gehören in Stadt und Landkreis Osnabrück Krankenhäuser in Osnabrück, Bramsche, Melle, Georgsmarienhütte, Ankum-Bersenbrück, Ostercappeln, zwei Pflegeheime in Ankum und Ostercappeln sowie die Bildungseinrichtung St. Hildegard. In allen Einrichtungen zusammen beschäftigt der Klinikverbund nach eigenen Angaben 4551 Mitarbeiter, darunter etwa 480 Ärzte und 1400 Pflegende.