Richter müssen entscheiden Paracelsus: Klage gegen Konzernstruktur

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Wie geht‘s weiter mit Paracelsus? Symbolfoto: WestdörpWie geht‘s weiter mit Paracelsus? Symbolfoto: Westdörp

Osnabrück. Ein Verfahren vor der Handelskammer des Landgerichtes Hannover überschattet die Verhandlungen zwischen Verdi und dem Osnabrücker Klinikkonzern Paracelsus über einen möglichen Gehaltsverzicht: Der Gesamtbetriebsrat hält die Unternehmensstruktur für rechtswidrig und hat dagegen geklagt. Jetzt müssen Richter entscheiden. Am Mittwoch um 11 Uhr ist Verhandlungsauftakt, bestätigte das Landgericht unserer Zeitung.

Die Mitbestimmung sei ausgehebelt worden, indem die Geschäftsführung des Konzerns in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert worden sei, moniert Gesamtbetriebsratschef Axel Denker. Damit habe der Aufsichtsrat keinen Zugriff mehr, eine Kontrolle der Entscheidungen des Managements sei nicht möglich, beschweren sich die Kläger.

Der Blick in den Bundesanzeiger macht deutlich: Neben der Klinik-GmbH gibt es eine weitere Verwaltungs-Gmbh. Laut Denker lenkt diese die Geschicke des Konzerns, ohne, dass sie sich beispielsweise vor den Arbeitnehmervertretern für ihre Entscheidungen rechtfertigen muss. Mit einem Urteil am ersten Verhandlungstag wird nicht gerechnet. Paracelsus selbst kommentierte das Verfahren auf Anfrage unserer Zeitung nicht.

Am Montag treffen sich unterdessen Management und Gewerkschaftsvertreter in Berlin, um die Verhandlungen über freiwillige Gehaltseinbußen der Mitarbeiter fortzusetzen. Die bundesweit rund 5000 Angestellten sollen auf drei bis fünf Prozent sowie das Weihnachtsgeld verzichten. Verdi signalisiert zwar Bereitschaft, fordert im Gegenzug aber eine Arbeitsplatz- sowie eine Standortgarantie für die insgesamt 28 Häuser in ganz Deutschland.


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