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Kunden aus dem In- und Ausland Cabrio Zentrum: Verdeck-Know-how aus Osnabrück

Von Gerd Placke

<p><em>Hier ist Handarbeit gefragt:</em> Cabriospezialist Jorge Morais beim Anpassen eines Verdeck-Gestänges an einem VW-Cabriolet von 1971. Das Auto lief wie alle Käfer-Cabriolets bei Karmann vom Band. Foto: Michael Hehmann</p>

Hier ist Handarbeit gefragt: Cabriospezialist Jorge Morais beim Anpassen eines Verdeck-Gestänges an einem VW-Cabriolet von 1971. Das Auto lief wie alle Käfer-Cabriolets bei Karmann vom Band. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Sommer, Sonne, Offenfahren – im Cabrio Zentrum Osnabrück steht das Telefon nicht still. Chef Jörg Dilge kommt von seinem Handy nicht weg. Erst ein Anruf aus Süddeutschland, dann möchte ein Kunde aus der Schweiz wissen, welche Verdeck-Qualitäten es für sein Golf-Cabrio von 1982 gibt. Dilge gibt kompetent Auskunft, bittet um eine Mail mit genauen Angaben zum Auto.

Es ist ein ganz normaler Juni-Vormittag in der Werkstatt des 46-Jährigen. Dilge war 27 Jahre beim Osnabrücker Autobauer Karmann beschäftigt , und er liegt, was die Karmann-Erfahrung seiner achtköpfigen Belegschaft angeht, damit nur im Mittelfeld. Norbert Felgenhauer, Fahrzeugpolsterer-Meister, arbeitete 42 Jahre bei dem alteingesessenen Fahrzeugwerk, kennt Modelle wie den legendären Karmann-Ghia, den VW-Porsche oder das Käfer-Cabriolet noch aus seiner Zeit in den Werkhallen im Fledder. Oder seine Kollegin Irmgard Riedemann, die dort über 40 Jahre als Verdeck-und Innenausstattungs-Näherin eingesetzt war.

Kurz nach der Schließung des Kapitels Karmann machte sich Jörg Dilge, selbst Fahrzeugpolsterer und Textilingenieur, selbstständig. Er wusste um den Bedarf, den Cabrioletfahrer alle paar Jahre haben: Sie brauchen ein neues Verdeck für ihr Schätzchen. Und da setzt das Cabrio Zentrum an. Dilge und seine Mannschaft haben Dutzende Farben von Verdeckmaterial auf Lager. Egal ob robustes Kunststoffmaterial oder feiner Stoff – Kunden haben je nach Geldbeutel die freie Auswahl.

Inzwischen hat sich das Verdeck-Know-how aus Osnabrück schon herumgesprochen. Live-Vorführungen auf einem Golf-Treffen am Edersee oder bei der Klassikwelt, einer Oldtimermesse am Bodensee, machten Eindruck und sprachen sich herum. „Durch diese Auftritte haben wir viele neue Kunden gewonnen“, weiß Dilge. Der Kundenkreis kommt inzwischen längst nicht mehr nur aus dem Inland. Aufträge aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Polen bestätigen dem Chef die Richtigkeit seiner Taktik.

Besonders stolz ist der Firmenchef, dessen Werkstatt nach dem Umzug in eine ausgediente Tischlerei im vergangenen Jahr schon jetzt aus allen Nähten zu platzen droht, auf einen CNC-Cutter. Mit dieser Maschine gelingt der richtige Zuschnitt der Verdeck- und Innenausstattungsmaterialien schnell und millimetergenau.

Neben der Verdeckerneuerung für Cabriolets aller Fabrikate hat sich die Dilge-Mannschaft auf die Anfertigung von Innenausstattungen spezialisiert. Hier kommen die Aufträge von Privatleuten, aber auch von renommierten Firmen wie Volkswagen Osnabrück oder dem Sitzhersteller Lear. Das Cabriozentrum fertigt das Interieur für Fahrzeuge aus der Osnabrücker VW-Produktion, die auf Messen ausgestellt oder als Pressewagen von Motorjournalisten auf Herz und Nieren geprüft werden.

Besonders viel Spaß haben die Spezialisten mit Arbeiten an Oldtimern, egal ob die Wünsche von privat oder von Firmen kommen. Klaus Ulrich, bei VW-Osnabrück zuständig für die Fahrzeugsammlung, ist sehr zufrieden mit der Arbeit seiner ehemaligen Kollegen. Nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ haben schon viele Fahrzeuge seiner Sammlung mit Verdecken und Innenausstattungen aus dem Cabrio Zentrum auf Ausfahrten und Treffen für Aufsehen gesorgt.

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