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GMHütte: Weiterer Zukauf in der Sparte Anlagenbau

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Die aus dem ehemaligen Klöckner-Edelstahlbereich hervorgegangene Georgsmarienhütte-Gruppe mit mehr als 30 Einzelunternehmen setzt ihr Wachstum sowohl intern als auch durch Firmenkäufe fort. Am Freitag gab die vom Hamburger Unternehmer Jürgen Großmann gelenkte Gruppe die Mehrheitsübernahme des Industrieanlagenbauers Eickhoff in Mülheim/Ruhr und einen Umsatzanstieg um 13,6 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro für das vergangene Jahr bekannt.

Die am Vortag getätigte Neuerwerbung Eickhoff mit 130 Mitarbeitern und 15 Millionen Euro Jahresumsatz sei ein ,,gesundes Familienunternehmen'' und ebenso wie der zur Gruppe gehörende Anlagenbauer IAG aus Georgsmarienhütte als Ausrüster für die Chemieindustrie tätig, erklärte der verantwortliche Spartenchef Jürgen Abromeit. Dabei ergänzten sich die Produktpaletten beider Gesellschaften, weil IAG größer dimensionierte Anlagen wie etwa Hochdruckgeräte fertige und Eickhoff deutlich kleinere. Die Georgsmarienhütte-Gruppe wolle sich zunächst mit 65 Prozent an dem Mülheimer Unternehmen beteiligen und habe sich die Option auf weitere Anteile gesichert.

Als ,,zufriedenstellend'' bezeichnete der für Finanzen verantwortliche Geschäftsführer Wilhelm Robben das Jahr 2001 aus Sicht der Georgsmarienhütte-Gruppe. Nach Produktionsrekorden in der ersten Jahreshälfte seien die Ergebnisse im zweiten Halbjahr aber durch die Konjunkturflaute die Folgen der Terroranschläge vom 11. September beeinflusst worden. Vor allem in den Bereichen Flugzeugwartung (ASL Lemwerder), Energiemaschinen- und Anlagenbau habe es Nachfrageschwächen gegeben.

Während sich das operative Ergebnis 2001 im Vergleich zum Vorjahr nach Robbens Angaben von zehn Millionen auf 14 Millionen Euro verbesserte, ging der Reingewinn von 22 Millionen auf drei Millionen Euro zurück. Dafür machte der Geschäftsführer zum einen den Wegfall von Erträgen aus der Übernahme der Wildauer Kurbelwelle GmbH verantwortlich (die sich 2000 auf 13 Mio. Euro beliefen) und verwies zum anderen auf Wertberichtigungen auf Finanzanlagen und Beteiligungen im Volumen von zehn Millionen Euro, die man aus Vorsichtsgründen getätigt habe.

Besser als noch zum Jahresbeginn erwartet hätten sich die Geschäfte im fast abgelaufenen ersten Halbjahr 2002 entwickelt, sagte Robben. Der Halbjahresumsatz werde schätzungsweise 725 Millionen Euro erreichen. ,,In Summe positiv'' sei zudem das zu erwartende Ergebnis. Robben wies darauf hin, dass die noch immer von einem Insolvenzverwalter geleiteten Gröditzer Stahlwerke am 1. August endgültig in die Georgsmarienhütte-Gruppe eingegliedert werden können. In der Heimatregion um Georgsmarienhütte herum gebe es nur beim Osnabrücker Metallbearbeiter Magnum Beschäftigungsprobleme, sagte Robben. Hier sei man bemüht, vor allem über Vorruhestandsregelungen für Entspannung zu sorgen. Insgesamt zeigte sich Robben auch mit der Auslastung einiger Standorte im Gussbereich unzufrieden. Hier werde es im Halbjahr einen leichten Verlust geben, kündigte er an.

Weitere Sorgenkinder des Unternehmensverbundes sind der Standort Hattingen der VSG Energie- und Schmiedetechnik sowie der Luftfahrt-Dienstleister ASL. Bei VSG in Hattingen habe es infolge der Enron-Pleite Auftragsstornierungen durch Großkunden wie General Electric oder Westinghouse gegeben, sagte Robben. Hier seien Personalanpassungsmaßnahmen notwendig. Konkret wollte sich der Geschäftsführer dazu allerdings nicht äußern. Bei ASL, wo immer noch kurz gearbeitet werde, werde neuerdings wieder ein größeres Interesse an Service- und Wartungsleistungen seitens ziviler und militärischer Auftraggeber registriert, sagte Abromeit, der für das am 31. Juli endende Geschäftsjahr ein positives Ergebnis bei ASL ankündigte.

In der Kernsparte Stahl, die ebenfalls schwarze Zahlen schreibt, will die Georgsmarienhütte-Gruppe verstärkt Allianzen mit ausländischen Partnern schmieden, wie der dafür verantwortliche Bereichsleiter Peter van Hüllen erklärte. In Japan stehe eine entsprechende Übereinkunft kurz bevor, in den USA sei eine weitere geplant. Dabei gehe es darum, den Kunden - ähnlich wie bei den Luftfahrtallianzen - weltweit verlässliche Qualitätsstandards zu bieten. Von den US-Stahlzöllen sei die Georgsmarienhütte nicht betroffen, versicherte van Hüllen. Die von Präsident Bush genehmigten Zölle erstreckten sich nicht auf Halbzeuge zum Schmieden von Autoteilen, die das Hauptprodukt der Stahlsparte innerhalb der Gruppe seien.

Einschließlich der noch nicht konsolidierten Gröditzer Stahlwerke und der 52,5-Prozent-Beteiligung ASL beschäftigte die Georgsmarienhütte-Gruppe 9144 Mitarbeiter zum Jahresende 2001. Das waren 571 mehr als ein Jahr zuvor. In Osnabrück und Georgsmarienhütte seien derzeit 1811 Menschen für die Gruppe tätig, hieß es. Im größeren Umkreis kommen noch einmal 185 Mitarbeiter aus dem im April übernommenen Bereich Bahntechnik der Windhoff AG in Rheine hinzu. Auch dort liefen die Geschäfte positiv, hieß es seitens des neuen Managements.


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