25 Millionen Euro in EEV AG investiert Pleite-Kraftwerk in Papenburg: Droht Anlegern Totalverlust?

Von Dirk Fisser | 29.12.2015, 00:00 Uhr

Schlechte Nachrichten für die Anleger des insolventen Energieunternehmens EEV AG: Vielen droht offenbar der finanzielle Totalverlust. Es geht dabei um 25 Millionen Euro von insgesamt rund 2000 Anlegern. Das Geld war unter anderem in den Kauf des Biomasseheizkraftwerkes in Papenburg geflossen.

Wie „NDR Info“ und „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ jetzt berichten, haben rund 1500 Anleger kaum eine Chance auf Rückzahlung ihrer Einlagen. „Es gibt ein Ausfallrisiko, und dieses Ausfallrisiko würde ich als sehr hoch bezeichnen“, wird der vorläufige Insolvenzverwalter der EEV AG, Stefan Denkhaus, zitiert. Leicht bessere Aussichten hätten rund 400 Anleger, die als Gläubiger im Grundbuch des Papenburger Kraftwerks eingetragen seien. (Weiterlesen: Was wird aus Papenburger Biomasseheizkraftwerk?) 

Verkäufer wartet auf 18 Millionen Euro

Das Kraftwerk soll zwangsversteigert werden. Mit einem Termin wird für Mitte kommenden Jahres gerechnet. Die Zwangsversteigerung angestrengt hatte laut NDR und HAZ die Firma Etanax. Von der hatte die EEV AG sowohl das Kraftwerk als auch ein Windpark-Projekt gekauft. 18 Millionen Euro an Raten und Zinsen sollen noch offen stehen. Laut Medienberichten hängt vom Versteigerungserlös von Kraftwerk und Windparkplänen ab, wie viel Geld dann letztlich für die 400 im Grundbuch notierten Gläubiger bleibt. (Weiterlesen: EEV-Gruppe kauft Biomassekraftwerk in Papenburg) 

Mehrfach Besitzer gewechselt

Die Anlage in Papenburg hat eine wechselvolle Geschichte: Vor drei Jahren hatte die EEV AG das Biomassekraftwerk für 26,5 Millionen Euro von der Etanax Holding aus Wien gekauft. Der Betrieb in Papenburg lief über das mittlerweile ebenfalls insolvente Tochterunternehmen EEV BioEnergie. (Weiterlesen: Auch die EEV AG in Papenburg im Insolvenzverfahren) 

Vor Etanax hatte die Firma N.prior aus Leer das Sagen auf der Anlage in Papenburg, ging dann aber im Juli 2012 in die Insolvenz. Davor firmierte das Unternehmen unter dem Namen „Prokon Nord“. 2003 hatte das Kraftwerk in Papenburg den Betrieb aufgenommen, Baukosten: 46 Millionen Euro. Aus Altholz wird in der Anlage Strom erzeugt.

Ermittlungen dauern an

Der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin führt die Geschäfte der EEV BioEnergie fort. Etwa 20 Menschen sind im Kraftwerk beschäftigt. Bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig läuft gegen die Manager des Mutterunternehmens EEV AG ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug. Ob und wann Anklage erhoben werde, sei offen, berichten NDR und HAZ.