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Karmann macht sich fit für den Neustart

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Der Insolvenzverwalter macht Karmann fit für den Neustart und interessant für Investoren. Mit der Rücknahme der 415 Kündigungen in der Metall-Gruppe geht ein Signal an die Branche: Wir stehen weiter für Aufträge bereit.

Erster Adressat ist die Volkswagen AG, deren Millionenauftrag an Karmann versandfertig ist, aber noch von Konzern-Gremien abgesegnet werden muss. Der frühere Betriebsmittelbau, heute Metall-Gruppe oder Metal Unit genannt, soll in diesem Jahr die Anlagen bauen, die ab März 2011 für die Produktion des Golf Cabrio und später der Porsche-Modelle Boxster und Cayman benötigt werden. „VW braucht die Metal Unit, um den ehrgeizigen Zeitplan einhalten zu können“, sagte gestern der Osnabrücker IG-Metall-Chef Hartmut Riemann.

Insolvenzverwalter Ottmar Hermann schreitet mutig voran. Würde der fest eingeplante VW-Auftrag platzen, was in der Branche keiner ernsthaft für möglich hält, bliebe Insolvenzverwalter Ottmar Hermann auf einem Millionenbetrag „im unteren einstelligen Bereich“ an Lohnkosten sitzen. Immerhin hat VW versprochen, für diesen eher unwahrscheinlichen Fall einen „fairen“ Ausgleich zu schaffen.

Die 415 gestern zurückgezogenen Kündigungen galten zum 31. Januar. Unklar ist, wie viele Karmänner das Angebot zur Weiterbeschäftigung annehmen werden. „Ich freue mich, dass am Montag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder mit einer Perspektive an die Arbeit gehen können“, sagte Ottmar Hermann.

Er lobte die Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern ausdrücklich. „Das Gespann Smolinski-Schrader-Riemann ist ein echter Glücksfall.“ Wolfram Smoliniski und Gerhard Schrader leiten den Betriebsrat. IG-Metall-Chef Riemann erwiderte das Lob: „Ottmar Hermann zeigt nun, dass er sein zu Beginn der Insolvenz abgegebenes Versprechen einhält, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen für ihn die höchste Priorität hat.“

Seite an Seite gehen Insolvenzverwalter und Arbeitnehmervertreter auch den nächsten Schritt an: den der Betriebsaufspaltung. Die 505-köpfige Metall-Gruppe, die Technische Entwicklung mit 400 Mitarbeitern und die Dachfertigung mit 350 Beschäftigten sollen eigenständige Betriebe mit jeweils eigener Leitung, Verwaltung und eigenem Betriebsrat werden. Diese Einheiten wären für Investoren interessanter.

Die VW Osnabrück GmbH will im März 2011 die Autoproduktion mit 1000 Leuten starten. Dann werden in den ehemaligen Karmann-Hallen wieder über 2000 Menschen Arbeit haben.


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