Verschuldungsprobleme Tupperware in der Krise – Aktie fällt auf Rekordtief

In vielen Haushalten gibt es die bunten Küchenhelfer von Tupperware. Foto: imago images/Marco StepniakIn vielen Haushalten gibt es die bunten Küchenhelfer von Tupperware. Foto: imago images/Marco Stepniak
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New York. Der berühmte Hersteller der praktischen Frischhaltedosen ist nach einer Unternehmensmitteilung an der Börse unter Druck geraten. Die Aktie ist in freiem Fall – und das ist nicht das einzige Problem des US-Konzerns.

Die "Tupper"-Dosen sind wahrscheinlich jedem ein Begriff. Doch wie steht es um die Zukunft des rund 80-jährigen US-Unternehmens Tupperware? Ein schwacher Geschäftsausblick und Bilanzierungsprobleme setzen Tupperware an der Börse aktuell kräftig zu. 

Die Aktien des Frischhaltedosen-Herstellers gerieten am Dienstag im US-Handel zeitweise mit rund 50 Prozent ins Minus und fielen auf unter drei Dollar – ein Rekordtief. 

Das Unternehmen hatte Anleger mit der Mitteilung schockiert, die Vorlage seiner Jahresergebnisse aufgrund von Schwierigkeiten mit der Buchhaltung in Mexiko verschieben zu müssen. Das war nicht die einzige Hiobsbotschaft: Tupperware gab wegen Problemen in Brasilien, China, den USA und Kanada eine Gewinnwarnung ab und räumte Verschuldungsprobleme ein.

Gewinneinbruch um 80 Prozent in zwölf Monaten

An der Börse erfährt Tupperware schon seit Jahren eine Talfahrt. Wie die "Tagesschau" berichtet, war die Tupperware-Aktie Ende 2013 noch 100 Dollar wert. Im Folgejahr lag der Umsatz bei rund 2,6 Milliarden US-Dollar. Nun wackelt die Marke von fünf Dollar. Allein in den vergangenen zwölf Monaten sackten die Titel um mehr als 80 Prozent ab. 

Das ließ auch den Umsatz und Gewinn einbrechen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Umsatz wohl unter die Marke von 2 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen jetzt mitteilte. Aktuell plane der Vorstand nur noch mit einem Jahresumsatz von ungefähr 1,6 Milliarden Dollar. Auch in der Konzernspitze gibt es Unruhen: 2018 löste Tricia Stitzel den langjährigen Chef Rick Going ab, 2019 trat sie zurück. Seitdem führt Chris O'Leary die Geschäfte als Interims-Chef.

Dabei könnte der aktuelle Trend zu nachhaltigen Verpackungen eigentlich den Verkauf der wiederverwendbaren Plastikdosen ankurbeln. Problematisch erweist sich jedoch auch der starke Dollar, der US-Waren im Ausland verteuert. Und genau dort erwirtschaftet Tupperware fast drei Viertel seines Umsatzes.

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