Ein Bild von Jana Henschen
25.02.2020, 17:05 Uhr KOMMENTAR

Thyssenkrupp braucht Geld und einen Zukunftsplan

Ein Kommentar von Jana Henschen


Ein Hochöfner arbeitet am Hochofen 1 im Werk Schwelgern von Thyssenkrupp. Hier wird Roheisen produziert. Doch das Stahlgeschäft lief schwach. Deshalb will der Konzern die Aufzugsparte ganz oder teilweise verkaufen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpaEin Hochöfner arbeitet am Hochofen 1 im Werk Schwelgern von Thyssenkrupp. Hier wird Roheisen produziert. Doch das Stahlgeschäft lief schwach. Deshalb will der Konzern die Aufzugsparte ganz oder teilweise verkaufen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Osnabrück. Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp steckt in Finanznöten. Am Donnerstag, 27. Februar 2020, entscheidet sich, ob die erfolgreiche Sparten mit Aufzügen verkauft wird. Damit wird das beste Tafelsilber abgegeben. Ein Kommentar.

Der einstige Industriegigant von der Ruhr hat im vergangenen Jahr ein Minus von 260 Millionen Euro eingefahren. Jetzt möchte Thyssenkrupp sein bestes Tafelsilber verkaufen – ob das richtig ist?

Noch ist offen, ob das profitable Geschäft mit Aufzügen ganz oder teilweise an einen Finanzinvestor abgegeben wird. Sicher ist aber: Verkaufen ist eine einmalige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Wird die Sparte nur teilweise veräußert, kann der Konzern weiter über diese Produkte Gewinne machen.

In jedem Fall zählt für den angeschlagenen Thyssenkrupp-Konzern jeder Cent und erst recht jede Milliarde, die er aus dem (Teil-) Verkauf erzielen kann. Nach Fehlinvestitionen und der geplatzten Stahl-Fusion mit Tata steht Thyssenkrupp mit dem Rücken zur Wand.

Mit dem Erlös will Chefin Martina Merz den Konzern und insbesondere das Stahl-Geschäft nach vorne bringen. Sie tut gut daran, die Erlöse nicht nur zur Begleichung von Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen zu verwenden. Investitionen in die Zukunft sind dringend nötig.

Denn wenn sich der Konzern wieder auf das Kerngeschäft Stahl konzentrieren will, dann müssen Ideen her, um im weltweiten Wettbewerb etwa mit China mithalten zu können. Außerdem ist mit weiteren Kosten durch die Energiewende zu rechnen: Die Herausforderung ist, langfristig die alten Hochöfen mit hohem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß umzurüsten.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN