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31.01.2020, 17:26 Uhr KOMMENTAR

Preis-Gipfel in Berlin: Welche Rolle kann die Politik spielen?

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Der Lebensmittelhandel steht aufgrund seiner Preispolitik in der Kritik. Am Montag bittet Kanzlerin Angela Merkel Spitzenvertreter von Edeka, Rewe, Aldi und Lidl zum Gespräch. Foto: Jens Büttner/zb/dpaDer Lebensmittelhandel steht aufgrund seiner Preispolitik in der Kritik. Am Montag bittet Kanzlerin Angela Merkel Spitzenvertreter von Edeka, Rewe, Aldi und Lidl zum Gespräch. Foto: Jens Büttner/zb/dpa

Osnabrück. Vor dem Gipfel im Kanzleramt am Montag geht die Diskussion um Niedrigpreise im Lebensmittelhandel weiter. Doch was tun? Ein Kommentar.

Ohne Frage: Der Lebensmitteleinzelhandel ist in Deutschland konzentriert auf wenige Großkonzerne. Sie sind zwar regional unterschiedlich stark aufgestellt, prägen jedoch insgesamt den Markt. Entsprechend wenig Wahl haben Landwirte, wenn sie ihre Produkte verkaufen wollen. 

Es ist also ein Signal, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel die Spitzenvertreter der große Vier – Aldi, Lidl, Edeka und Rewe – zum Gespräch über Niedrigpreise ins Kanzleramt bestellt. Antreten zum Nachsitzen – doch ob das Wirkung zeigt, bleibt fraglich. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner kann gemeinsam mit Merkel an das Gewissen des Handels appellieren, die Politik kann die Standards für Lebensmittel erhöhen – sie kann jedoch nicht in die Preispolitik eingreifen.

Was also tun? Dass sich die Konzerne dem Protest nicht entziehen können, zeigt das Beispiel Edeka deutlich. Nach dem PR-Debakel um Niedrigpreis-Plakate saßen die Verantwortlichen mit Bauernverband und der Protestbewegung an einem Tisch. Man spricht, das ist ein Anfang. Es braucht aber auch den Verbraucher mit im Boot. Welche Produkte erfolgreich laufen entscheidet letztlich er. Wenn der Kunde jedoch bereit ist, mehr für Lebensmittel auszugeben, muss das Geld auch bei den Erzeugern ankommen und darf nicht in der Tasche des Handels landen. Allerdings kann nicht jeder hohe Preise zahlen.


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