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13.01.2020, 17:54 Uhr KOMMENTAR

Automobilindustrie: Jobabbau ist der logische nächste Schritt

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Die Automobilindustrie in Deutschland ist in der Krise. Foto: Marijan Murat/dpaDie Automobilindustrie in Deutschland ist in der Krise. Foto: Marijan Murat/dpa

Osnabrück. In der deutschen Automobilindustrie könnten Hunderttausende Jobs in Gefahr sein, falls die Schlüsselindustrie den Anschluss bei der Produktion von Elektroautos verpasst. Das war abzusehen. Ein Kommentar.

Die Automobilproduktion in Deutschland sinkt, gleichzeitig wurden im vergangenen Jahr mehr Fahrzeuge in Deutschland zugelassen. Der Widerspruch ist schnell erklärt: Viele der Wagen wurden nicht in Deutschland, sondern im Ausland hergestellt und dann importiert. Das ist schlecht für die Beschäftigten hier. Die Konsequenz: Ein Hersteller nach dem anderen hat bereits in den vergangenen Monaten einen massiven Jobabbau angekündigt, Zulieferer sind vermehrt in Kurzarbeit, die ersten haben Insolvenz angemeldet.

Dabei ist es nicht nur der Technologiewandel, der Arbeitsplätze in der Automobilindustrie überflüssig werden lässt. Hersteller sollten sich darauf einstellen, dass mit einem veränderten Blick auf Mobilität die Nachfrage langfristig nachlassen könnte. Ob die junge Generation, die für Klimaschutz auf die Straße geht, noch ein Interesse an einem eigenen Auto haben wird? Gerade in Oberzentren könnte eher gelten: Bietet der ÖPNV eine sinnvolle Alternative, wird das Auto in Zukunft öfter stehen gelassen – oder per Carsharing geliehen, wenn es gebraucht wird. Insofern dürfte der bereits angekündigte Jobabbau ebenso wie der befürchtete Wegfall von 400000 Arbeitsplätzen aufgrund der Elektromobilität nur einen Vorgeschmack darauf geben, was der Automobilindustrie aufgrund dieser Transformation drohen wird.


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