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12.11.2019, 16:23 Uhr KOMMENTAR

Landwirtschaft: Es geht um Existenz und weniger um Technik

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Rund 2800 Aussteller präsentieren aktuell ihre Neuheiten auf der internationalen Ausstellung für Landtechnik. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaRund 2800 Aussteller präsentieren aktuell ihre Neuheiten auf der internationalen Ausstellung für Landtechnik. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hauke-Christian Dittrich

Osnabrück. Hochtechnologische Roboterschwärme fahren über Felder, jäten dank präziser Sensorik Unkraut und unterstützen die Artenvielfalt. Zukunftsmusik oder bald Realität? Und ist das das Thema, das die Landwirte bewegt? Ein Kommentar.

Eine Messe ist dazu da, die Crème de la Crème der Neuentwicklungen vorzustellen. In der Landtechnik liegt der Fokus dabei vor allem auf der Digitalisierung, der Vernetzung auf und neben dem Feld, wie die Weltleitmesse Agritechnica in Hannover gerade zeigt. Allerdings: Ohne eine flächendeckende und stabile Mobilfunkverbindung braucht der Bauer auf dem Acker über eine Investition in die neuen Hightech-Geräte gar nicht erst nachzudenken. Bis er das gesamte Potenzial der Maschine ausschöpfen kann, ist längst die nächste Generation auf dem Markt.

Ohnehin dürfte die Agritechnica zum jetzigen Zeitpunkt für viele Landwirte einen faden Beigeschmack haben: Während die Branche ihre Innovationen feiert, gehen sie auf die Straße, um gegen die politischen Rahmenbedingungen zu protestieren, am Donnerstag folgt in Hamburg die nächste Demonstration. Zu Recht fühlen sich die Landwirte mit den zusätzlichen Kosten, unter anderem, um Umweltvorgaben zu erfüllen, alleingelassen. Diese Zusatzausgaben sorgen wiederum dafür, dass Geld für Investitionen fehlt. Sie könnten unter anderem in neue Hightech-Geräte wie jene auf der Agritechnica fließen, um sich nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen. Eine Zwickmühle. Für den kleinen bäuerlichen Betrieb stellt sich aktuell nicht die Frage, ob sie jetzt Hunderttausende Euro in Maschinen investieren, sondern ob es den Hof in fünf Jahren noch gibt.


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