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07.11.2019, 07:38 Uhr KOMMENTAR

Banken: Weitere Kooperationen werden folgen

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Die Konsolidierung im Bankensektor läuft seit den 1990er Jahren. Foto: Martin Schutt/dpaDie Konsolidierung im Bankensektor läuft seit den 1990er Jahren. Foto: Martin Schutt/dpa

Osnabrück. Zuletzt hatte die Sparda Bank West einen Kahlschlag in ihrem Filialnetz angekündigt. Damit ist sie aber nicht alleine. Seit den 1990er Jahren haben Regionalbanken die Hälfte ihres Filialnetzes geschlossen. Ein Kommentar.

Machen wir uns nichts vor: Jeder regt sich auf, wenn die örtliche Sparkasse, Volksbank oder Sparda Bank zusperrt. Wer jedoch gedanklich einen Schritt zurücktritt und kritisch auf sich selbst schaut, weiß auch: Wirklich gebraucht wird der persönliche Kontakt heute – außer für komplexe Anlage- oder Beratungsthemen – nicht mehr. Durch Onlinebanking kommen weniger Kunden in die Geschäftsstellen, sodass kleine Standorte unrentabel und geschlossen werden. Auch das Argument, die ältere Bevölkerung sei auf die Dorffiliale angewiesen, zieht nicht. Sie nutzt den Geldautomaten ebenso wie die junge Generation. Sie ist in großer Zahl digitalaffin, wie Studien immer wieder bestätigen. Das sollte nicht unterschätzt werden.

Es ist also eher der emotionale Abschied von der „Bank um die Ecke“, der dem Kunden schwerfällt. Daran sollte man sich erinnern, bevor das nächste Mal über die Filialstrategie der Regionalbanken geschimpft wird – auch wenn sich die Banken die Frage gefallen lassen müssen, ob die teils hohen Kontogebühren gerechtfertigt sind.

  Sicher ist: Die Digitalisierung beschleunigt den Wandel der Branche. Und hier ist das Ende noch lange nicht in Sicht. Digitale Zahlungsdienstleister drängen auf den Markt. Sparkassen wie Genossenschaften werden darauf eine Antwort finden müssen. Die liegt sicherlich auch in einer stärkeren Kooperation. Die gemeinsame Nutzung einzelner Standorte wird erst der Anfang sein.


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