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Lufthansa will schnelle Schlichtung 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter: So ist die Lage am FMO

Von dpa

Aufgrund des Streiks bei der Lufthansa fallen in Deutschland Hunderte Flüge aus. Foto: dpa/Matthias BalkAufgrund des Streiks bei der Lufthansa fallen in Deutschland Hunderte Flüge aus. Foto: dpa/Matthias Balk 

Hamburg/Frankfurt. Flugbegleiter bei der Lufthansa sind in einen 48-Stunden-Streik getreten. An den deutschen Flughäfen fallen viele Flüge aus. Die Lufthansa will nun überraschend eine schnelle Schlichtung. So ist die Situation aktuell.

Nach dem Beginn eines 48-Stunden-Streiks der Lufthansa-Flugbegleiter sind am Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen bis einschließlich 9 Uhr mehr als 40 Flüge annulliert worden. Allein bis 7 Uhr sind laut der Flugauskunft auf der Website 15 Flüge gestrichen. Die Prognose für die ersten zwei Stunden ab Öffnung des Flughafens besage außerdem, dass es weniger Landungen gebe als am Mittwoch, sagte eine Sprecherin. Am Flughafen war demnach am frühen Morgen zunächst alles ruhig. Deutschlandweit fallen 1300 Flüge aus. Am Flughafen Münster-Osnabrück sind laut Flugplan auf der Website ebenfalls zwei Flüge nach München am Donnerstag annulliert worden.

Überraschende Wende am ersten Streiktag

Die Lufthansa strebt im Tarifstreit mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo eine Schlichtung an. Das erklärte Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag in Frankfurt. Es ist eine Wende am ersten Streiktag. Nach einer monatelangen Gesprächspause erklärte Spohr ausdrücklich, dass man nun auch wieder das Gespräch mit der Kabinengewerkschaft Ufo suche. Ziel sei es, die von Ufo angebotene Schlichtung zu vereinbaren. Bislang hatte der Konzern Gespräche mit dem Argument abgelehnt, dass der Ufo-Vorstand nicht vertretungsberechtigt sei.

Kundgebungen geplant

Auch der Sprecher der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, sagte, kurz nach der aufgehobenen Nachtruhe sei es "immer noch relativ ruhig" in Frankfurt und München. 

Die ersten Kollegen, die jetzt zur Arbeit hätten kommen müssen, sind nicht erschienen. Die ersten Kollegen, die aus dem Ausland gekommen sind, haben sich schon den Streikaktivitäten angeschlossen.Nicoley Baublies, Gewerkschaft Ufo

Zwischen 10 und 11 Uhr soll es am Münchener Flughafen eine Kundgebung der Flugbegleiter geben.

Flugausfälle auch im Norden

An den Flughäfen in Hannover und Bremen sind am Donnerstagmorgen aufgrund des Streiks des Lufthansa-Kabinenpersonals die ersten Flüge ausgefallen. Am Flughafen in Hannover fiel ein Flug nach München um 6 Uhr und ein Flug nach Frankfurt um 6.25 Uhr aus. Am Bremer Flughafen wurde die erste Verbindung nach München um 6 Uhr gestrichen.

Am Hamburger Flughafen fielen am Donnerstagmorgen ebenfalls erste Flüge. Die Flüge nach Frankfurt um 6 Uhr sowie nach München um 06.20 Uhr fanden nicht statt. Spätere Verbindungen wurden auf den Abflugtafeln im Flughafen als gestrichen angezeigt. An den Check-In-Schaltern bildeten sich am Morgen die ersten kleineren Schlangen. Der Streik sorgte auch unter Passagieren anderer Airlines teilweise für Verunsicherung. Einige befürchteten, dass auch sie von den Ausfällen betroffen sein könnten.


1100 Flüge insgesamt gestrichen

Der Konzern hatte für diesen Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1100 geplanten Flüge gestrichen, so dass an den Drehkreuzen München und Frankfurt viele Maschinen am Boden bleiben und auch ein Großteil der lukrativen Überseeflüge ausfallen müssen. Allein am Frankfurter Flughafen seien an beiden Streik-Tagen 800 Flüge gestrichen worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstagmorgen. Lufthansa-Passagiere müssen sich am Hamburger Flughafen auch noch über den gesamten Tag auf massive Störungen der Verbindungen nach München und Frankfurt einstellen. 


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