Test bei Microsoft in Japan So wirkt sich eine Vier-Tage-Woche auf die Mitarbeiter eines Unternehmens aus

Von afp

Microsoft Japan hat die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter vorübergehend reduziert und eine positive Bilanz gezogen. Foto: dpa/Matthias BalkMicrosoft Japan hat die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter vorübergehend reduziert und eine positive Bilanz gezogen. Foto: dpa/Matthias Balk

Tokio. Weniger Arbeiten für mehr Produktivität: Ein Test von Microsoft in Japan zeigt, dass eine Vier-Tage-Woche sich positiv auf Mitarbeiter auswirkt.

Microsoft Japan hat die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter vorübergehend reduziert und eine positive Bilanz gezogen: In der Vier-Tage-Woche hätten die Mitarbeiter produktiver gearbeitet, teilte das Unternehmen mit. Nach dem erfolgreichen Experiment will Microsoft im Winter einen zusätzlichen Versuch starten. Gemessen an den Verkäufen pro Mitarbeiter habe sich die Produktivität der Belegschaft im Versuchszeitraum um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöht, erklärte das Unternehmen. 

Mehrere positive Auswirkungen

Zudem seien die Betriebsausgaben gesunken: So habe sich der Stromverbrauch um ein Viertel reduziert, auch Papier sei nur halb so viel verbraucht worden. Microsoft Japan hatte seinen 2300 in Vollzeit angestellten Mitarbeitern im August jeden Freitag freigegeben. Darüber hinaus wurden alle Besprechungen auf maximal 30 Minuten begrenzt, mehr als fünf Mitarbeiter durften nicht daran teilnehmen. Das Ergebnis zeige, dass Arbeitnehmer verschiedene Arbeitszeitgestaltungsmöglichkeiten wollten, teilte das Unternehmen mit. Eine Ausweitung des Programms könne die Produktivität möglicherweise steigern, hieß es weiter.

Foto: dpa/Kimimasa Mayama/EPA

Flexiblere Arbeitsmöglichkeiten für Japaner gefordert

Einen ähnlich angelegten Versuch will Microsoft Japan deshalb in diesem Winter starten – allerdings will das Unternehmen den Mitarbeitern dann keinen Sonderurlaub mehr gewähren. Stattdessen sollen die Angestellten dazu angeregt werden, ihre vorhandenen Urlaubstage in die Arbeitszeitreduzierung zu investieren. Erst kürzlich hat die Regierung in Japan Unternehmen dazu aufgerufen, flexiblere Arbeitsmöglichkeiten anzubieten. Damit will die Regierung ein Problem in der japanischen Arbeitskultur angehen: Immer wieder kommt es in dem ostasiatischen Land vor, dass Angestellte durch Überarbeitung sterben - mit der Vokabel "karoshi" kennt das Japanische sogar ein eigenes Wort für das Phänomen.


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