Ein Bild von Nina Kallmeier
31.10.2019, 16:56 Uhr KOMMENTAR

Fiat Chrysler und PSA: Starke Partner für die Zukunft?

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Fiat Chrysler und PSA wollen fusionieren. Foto: Uli Deck/dpaFiat Chrysler und PSA wollen fusionieren. Foto: Uli Deck/dpa

Osnabrück. Durch die Fusion zwischen dem italienischen Autobauer Fiat Chrysler und dem französischen Konzern PSA entsteht der weltweit viertgrößte Hersteller mit einem angestrebten Absatz von 8,7 Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Synergien zu heben ist in der derzeit angespannten Branchenlage wichtiger denn je, doch kann das gelingen? Ein Kommentar.

Plötzlich ging alles ganz schnell: Gerade erst hatten Fiat-Chrysler und PSA Gespräche über eine mögliche Fusion verkündet, schon ist sie beschlossen. Damit sind die Italiener in einem Punkt konsequent: Nach den gescheiterten Gesprächen mit Renault Mitte des Jahres bleibt es bei einem französischen Partner für die Zukunft. Und den braucht Fiat Chrysler dringend. Die großen Spritschlucker, mit denen das Unternehmen in den USA erfolgreich ist, helfen in Europa nicht dabei, die CO2-Ziele zu erfüllen. Marktanteile gehen auf dem Heimatkontinent verloren. Insofern war Eile geboten.

Die Italiener sind spät dran, wenn es um die Zukunftsthemen der Automobilbranche geht, wie zum Beispiel Elektromobilität. Daran wird jedoch auch der neue Großkonzern zunächst nichts ändern. Auch PSA hat sich erst im vergangenen Jahr auf den Weg in Richtung elektronischer Zukunft gemacht. Und die Fusion wird Kräfte binden, die dringend zur technologischen Weiterentwicklung gebraucht würden. Dennoch werden die PSA-Marken für Volkswagen & Co eine starke Konkurrenz gerade in Europa bleiben – mit oder ohne Fiat Chrysler.

Für die ohnehin kriselnde Zulieferindustrie könnte die neue Nummer vier am Markt allerdings eine schlechte Nachricht sein. Größe bedeutet auch Einkaufsmacht – und möglicherweise weiter Druck auf die Preise.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN