Städtetagspräsident Burkhard Jung zum Mietendeckel: Wir brauchen andere Lösungen

Von dpa

Sanierte und zum Teil eingerüstete Wohnhäuser im Berliner Prenzlauer Berg. Der geplante Berliner Mietendeckel lässt sich laut Städtetagspräsident Burkhard Jung nicht auf andere Großstädte kopieren. Foto: Jens Kalaene/zb/dpaSanierte und zum Teil eingerüstete Wohnhäuser im Berliner Prenzlauer Berg. Der geplante Berliner Mietendeckel lässt sich laut Städtetagspräsident Burkhard Jung nicht auf andere Großstädte kopieren. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa

Leipzig. Der geplante Berliner Mietendeckel lässt sich laut Städtetagspräsident Burkhard Jung nicht auf andere Großstädte kopieren. Jung plädiert für andere Lösungen.

Deutsche Großstädte können den geplanten Berliner Mietendeckel nach Einschätzung des Städtetagspräsidenten Burkhard Jung nicht einfach kopieren.

„Ich kann gut verstehen, dass Berlin wegen der schwierigen Situation auf dem Wohnungsmarkt neue Lösungen auf den Weg bringt“, sagte Jung (SPD). Berlin agiere mit seinen Plänen für einen Mietendeckel allerdings als Land. „Die Städte könnten diesen Weg ohne die Länder gar nicht gehen. Ich glaube, dass wir andere Lösungen brauchen“, erläuterte der Leipziger Oberbürgermeister. „Das sehen viele Städte im Städtetag ebenfalls so.“

Er befürchte, dass ein Mietendeckel nötige Investitionen in Wohnungen ausbremsen könne, so der Städtetagspräsident. „Für das drängende Problem steigender Mieten brauchen wir ein Bündel an Maßnahmen - die Kommunen brauchen Bauflächen, Planungsverfahren müssen beschleunigt, das Bauen muss wieder günstiger werden, und die bestehenden Mietverhältnisse brauchen mehr Sicherheit vor Verdrängung und unberechtigten Mieterhöhungen“, erklärte Jung.

Er plädiere dafür, für mehr bezahlbaren Wohnraum zum Beispiel Bündnisse zu schmieden und sich als Stadt mit privaten Investoren auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen. „Allerdings stellen sich einige Investoren im Immobilienmarkt auch Margen vor, die ich für völlig unbegründet halte“, sagte der Städtetagspräsident. „Die Bundesregierung geht mit der Verlängerung der Mietpreisbremse und der Besserstellung der Mieter bei Rückforderungen aus meiner Sicht den richtigen Weg.“


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