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14.10.2019, 01:01 Uhr KOMMENTAR

Regionale Lebensmitte: Anbaugebiet preisgeben

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Obst und Gemüse haben mit Blick auf Regionalität die höchste Relevanz für den Lebensmitteleinzelhandel. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpaObst und Gemüse haben mit Blick auf Regionalität die höchste Relevanz für den Lebensmitteleinzelhandel. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Osnabrück. Lebensmittel „aus der Region“ liegen im Trend, auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsdebatte. Doch was heißt "regional" im Supermarkt? Es braucht Transparenz. Ein Kommentar.

Der Handel setzt auf regionale Lebensmittel, und das nicht erst seit der Debatte um Klimaschutz und CO2-Fußabdruck. Der Kunde will es so, fragt aktiv nach. Daran zeigt sich, welchen Einfluss der Verbraucher mit seinen Kaufentscheidungen hat.

Insofern ist es ein Ärgernis, wenn Produkte nicht halten, was das Label zu versprechen scheint. Auch wenn es wie im Bio-Label-Dschungel Aufgabe des Kunden ist, sich zu informieren, stehen Erzeuger und Handel in der Pflicht, mit offenen Karten zu spielen. Das Anbaugebiet klar zu benennen sollte der Mindeststandard sein – gerade bei unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst oder Fleisch.

Bei aller Euphorie, regional einzukaufen, darf man sich als Verbraucher aber auch nichts vormachen: Den Bedarf komplett aus regionalen Produkten zu decken wird auch saisonal kaum möglich sein. Die Mengen sind schlicht nicht vorhanden. Und rechnet man den Kühlprozess mit ein, der für regionale Äpfel & Co. nötig ist, um sie auch außerhalb der Saison zu genießen, kann die Frucht mit Blick auf den CO2-Fußabdruck auch importiert werden.

Für Erzeuger ist der Fokus auf Regionalität Fluch und Segen zugleich: Sie haben in den Handelsketten potente Abnehmer – die jedoch kraft ihrer Größe auch die Preise drücken können.


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