Robert Koch-Institut Bundesweit bislang drei Tote aufgrund keimbelasteter Wilke-Wurst

Von dpa

Der Wursthersteller Wilke in Twistetal-Berndorf war vor über einer Woche geschlossen worden. Foto: imago images/Olaf DöringDer Wursthersteller Wilke in Twistetal-Berndorf war vor über einer Woche geschlossen worden. Foto: imago images/Olaf Döring 

Korbach/Berlin. Durch keimbelastete Wurst des hessischen Fleischverarbeiters Wilke gibt es bislang drei nachgewiesene Todesfälle – in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.

Die Zahl der Todesfälle durch Listerienkeime im Fall des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke liegt bei drei, wie aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Demnach starben bereits 2018 drei Menschen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt an einer Infektionen mit dem Listerienstamm Sigma1. 

Mindestens 187 Kunden in Stadt und Landkreis Osnabrück erhielten Produkte von Wilke

Durch die Untersuchung des RKI und einen Abgleich des Bundesinstituts für Risikobewertung "konnte ein Zusammenhang von Sigma1 zu Wilke bestätigt werden", sagte eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums am Freitag. Der Keimstamm konnte demnach bei den Patienten und in Wilke-Produkten nachgewiesen werden.

Verwirrung um Listeriose-Fälle

Außerdem liegen dem RKI mittlerweile Berichte zu zwei Todesfällen aus Hessen vor, bei denen die Opfer zwar Listeriose hatten, aber die Infektion nicht die Todesursache ist, wie eine Sprecherin weiter erklärte. Diese beiden Todesfälle waren bisher nicht in der Veröffentlichung des RKI aufgetaucht und hatten Verwirrung verursacht. Sie zählen demnach nicht zu den drei Opfern aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, die als direkt oder indirekt an Listeriose verstorben gezählt werden.

Es gibt damit keine Sigma1-Todesopfer in Hessen, die an Listeriose verstarben. Der für die Lebensmittelüberwachung bei Wilke zuständige Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte das zunächst irrtümlich erklärt, wie eine Kreissprecherin am Freitag einräumte. Die damals vorliegenden Informationen hätten den Schluss zugelassen, dass die Todesfälle sich in Hessen zugetragen hätten. Das war aber falsch.

Der Wursthersteller Wilke in Twistetal-Berndorf war vor über einer Woche geschlossen worden. Immer wieder waren Keime in seinen Produkten gefunden worden. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.


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