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10.10.2019, 18:14 Uhr KOMMENTAR

Deutsche Bahn: Neue Züge allein reichen nicht

Ein Kommentar von Melanie Heike Schmidt


Neue Züge, neuer Fahrplan: Ab Mitte Dezember ändert sich vieles bei der Bahn. Verspätungen werden den Kunden aber wohl erhalten bleiben. Foto: Ralph Peters/imago Stock&peopleNeue Züge, neuer Fahrplan: Ab Mitte Dezember ändert sich vieles bei der Bahn. Verspätungen werden den Kunden aber wohl erhalten bleiben. Foto: Ralph Peters/imago Stock&people

Osnabrück. Wie üblich kredenzt die Deutsche Bahn ihren Kunden Mitte Dezember einen neuen Fahrplan. Darin werden sich ein paar neue Verbindungen finden, auch neue ICE stellt der Konzern auf die Schienen. Doch wo Licht ist, findet sich Schatten: Verspätungen etwa bekommt die Bahn immer noch nicht in den Griff. Dabei gäbe es dafür eine Lösung.

Verbal auf die Deutsche Bahn einzuprügeln ist leicht: zu spät, zu teuer, zu dreckig, zu unfreundlich, zu unflexibel. All das ist die Bahn. Und doch: Dass der Konzern mehr neue ICE-Züge einsetzt, ist gut. Zwar hat der Bahnfahrer, der nicht ständig zwischen Metropolen unterwegs ist, sondern vor allem im ländlichen Raum, davon wenig. Dennoch ist die Investition klug, gilt es doch, auf innerdeutschen Fernverbindungen konkurrenzfähig zu bleiben. Noch sind Inlandsflüge nicht verboten, noch gilt keine CO2-Steuer, noch gibt es die preisgünstigen Angebote der Fernbusse. Punktet die Bahn hier mit schnellen, neuen Zügen, ist das ein Schritt in die richtige Richtung.

An anderer Stelle hingegen hakt es gewaltig: Immer noch sind ein Viertel der Fernzüge zu spät, ein Ärgernis sondergleichen. Der Hinweis der Bahn, man habe sich doch verbessert – statt 74,9 sind jetzt 76,5 Prozent der Fernzüge pünktlich – muss für all jene, die mal wieder ihren Anschluss verpassen, wie Hohn klingen. Im Übrigen hatte Bahnchef Lutz Anfang 2018 erklärt, Ende des Jahres sollten 82 Prozent der Fernzüge pünktlich sein. Das war wohl nichts. Und wird vorerst auch nichts, wenn man sich die marode Infrastruktur anschaut.

Um die zu verbessern, fordern die Verkehrsminister der Länder mehr Geld vom Bund. Richtig so. Immer noch liegt Deutschland im EU-Ranking der Investitionen in die Schiene auf einem hinteren Platz. Das muss besser werden. Dann werden auch die Züge pünktlicher.


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