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04.10.2019, 12:01 Uhr KOMMENTAR

Thomas-Cook-Pleite: Chance für die Branche

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Nach der Thomas-Cook-Pleite fürchten viele Hotels massive Umsatzeinbußen. Foto: imago images/BelgaNach der Thomas-Cook-Pleite fürchten viele Hotels massive Umsatzeinbußen. Foto: imago images/Belga

Osnabrück. Die Insolvenz von Thomas Cook erschüttert Hotels, Reisebüros und Touristen weltweit. Viele Länder befürchten Ausfälle und Kosten in Höhe von Hunderten Millionen Euro, Urlauber wissen nicht, was sie im kommenden Jahr erwartet. Ein Kommentar.

Langsam sickern die Nachrichten durch, mit denen die Tourismusbranche bereits kurz nach der Insolvenzverkündung gerechnet hat: Die Thomas-Cook-Pleite hinterlässt ein Millionen-Loch bei Hoteliers weltweit, Mitarbeiter wurden bereits entlassen, kurzfristig könnten weitere Gäste ausbleiben, die über den Reiseveranstalter und seine Töchter gebucht hätten. Entsprechend sind die Existenzängste gerade mittelständischer Betriebe berechtigt. Sie haben sich darauf verlassen, mit einem angesehenen und großen Reisekonzern gute und sichere Geschäfte zu machen.

Die Thomas-Cook-Pleite hat gezeigt: Ein "too big to fail" - zu groß, um unterzugehen - scheint es im Tourismus nicht zu geben. Darauf muss die Branche für die Zukunft reagieren, sowohl hinsichtlich der Abhängigkeit einzelner Unternehmen von großen Akteuren der Reisebranche als auch mit Blick auf die Schadenshöhe, die Unternehmen durch Versicherungen abdecken lassen. 

Insofern mag die Thomas-Cook-Pleite - zumindest für die Zukunft - auch einen positiven Effekt haben: Es besteht die Chance, die Marktmacht von Konzernen zu brechen und für mehr Konkurrenz im Reisegeschäft zu sorgen. Wie sich das auf die Urlauber auswirken wird, bleibt indes offen.


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