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25.09.2019, 17:48 Uhr KOMMENTAR

Hoffnung für die deutschen Konzerntöchter?

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Passagiere gehen an einem geschlossenen Thomas Cook - Neckermann Ankunftsinformationsbüro am Flughafen Palma de Mallorca vorbei. Die Bemühungen um die Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook sind gescheitert. Thomas Cook-Töchter wie Neckermann Reisen und Öger Tours verkaufen erst einmal keine Reisen mehr, aber die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor soll einen staatlichen Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro bekommen. Foto: Clara Margais/dpaPassagiere gehen an einem geschlossenen Thomas Cook - Neckermann Ankunftsinformationsbüro am Flughafen Palma de Mallorca vorbei. Die Bemühungen um die Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook sind gescheitert. Thomas Cook-Töchter wie Neckermann Reisen und Öger Tours verkaufen erst einmal keine Reisen mehr, aber die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor soll einen staatlichen Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro bekommen. Foto: Clara Margais/dpa

Osnabrück. Nachdem der Staat dem Ferienflieger Condor einen Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro zugesagt hat, hält auch die Schwestergesellschaft Thomas Cook Deutschland die Hand auf.

Es folgt das bekannte Reiz-Reaktions-Schema: Ökonomen warnen, es sei nicht Aufgabe des Steuerzahlers, eine kriselnde Firma aufzufangen. Und damit haben sie ja auch grundsätzlich Recht.

In diesem Fall spricht manches für eine Ausnahme. Denn ähnliche Kritik war vor rund zwei Jahren zu hören, als die Bundesregierung der Pleite-Airline Air Berlin einen Überbrückungskredit gewährte – der just in diesen Tagen vollständig zurückgezahlt wurde. Das Risiko für den Steuerzahler ist im Fall Condor eher geringer. Denn anders als die chronisch defizitäre Air Berlin war Condor bis zuletzt ein profitables Unternehmen. Zwar fallen durch die Pleite des Mutterkonzerns rund 40 Prozent des Passagieraufkommens erstmal weg. Trotzdem gibt es schon jetzt Interessenten für die Fluggesellschaft, die über eine starke Marke sowie begehrte Start- und Landerechte verfügt. Ein hoffnungsvolles Zeichen.

Manches spricht dafür, dass es auch für die Konzerntochter Thomas Cook Deutschland eine Zukunft geben könnte. Sollte der Staat auch hier Geld locker machen, muss sichergestellt sein, dass kein Euro an den britischen Mutterkonzern abfließt.


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