DBU gibt Preisträger bekannt Deutscher Umweltpreis geht an Bodenwissenschaftlerin und Reinigungsmittel-Unternehmer

Auch in diesem Jahr wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) überreichen. Der höchstdotierte, unabhängige Umweltpreis Europas geht in diesem Jahr an die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner (60) von der Technischen Universität München und den Unternehmer Reinhard Schneider (51) aus Mainz. Foto: Arifoto Ug/Michael Reichel/dpaAuch in diesem Jahr wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) überreichen. Der höchstdotierte, unabhängige Umweltpreis Europas geht in diesem Jahr an die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner (60) von der Technischen Universität München und den Unternehmer Reinhard Schneider (51) aus Mainz. Foto: Arifoto Ug/Michael Reichel/dpa

Osnabrück. Die Preisträger des höchstdotierten Umweltpreises Europas stehen fest: In diesem Jahr zeichnet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner (60) von der Technischen Universität München und der Unternehmer Reinhard Schneider (51) aus Mainz aus, der mit seiner Firma Werner & Mertz in der Wasch- und Reinigungsmittelbranche auf ganzheitliche nachhaltige Produktion setzt.

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde betonte am Freitag bei der Bekanntgabe der neuen Preisträger, sie seien „Schrittmacher im Umweltschutz, die Zukunftslösungen liefern für die enormen ökologischen Herausforderungen der Gegenwart. Wir brauchen fundamentale ökonomische, politische und technologische Veränderungsprozesse auf allen Ebenen, um zu einer wirklich nachhaltigen Entwicklung zu finden.“ Der Preis wird am 27. Oktober in Mannheim von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht und ist mit insgesamt 500.000 Euro dotiert.  

Eine der einflussreichsten Bodenwissenschaftlerinnen der Welt

Bonde bezeichnete Kögel-Knabner als eine der renommiertesten und einflussreichsten Bodenwissenschaftlerinnen der Welt.

Foto: Astrid Eckert

Ihr sei es gelungen, die Bedeutung „fatal unterschätzten“ Umweltmediums Boden in den Fokus zu rücken. Meilenstein ihrer Forschungen sei die Entdeckung gewesen, wie Kohlenstoff als organische Substanz im Boden gebunden wird. Bonde:

„Aus ihrer Forschungsarbeit ergab sich ein völlig neues Verständnis für die Kapazität von Böden, Kohlenstoff aufzunehmen und zu speichern. Vor allem aber lieferte Kögel-Knabner Antworten auf die Frage, auf welchen Böden eine Kohlenstoffspeicherung nachhaltig möglich ist, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.“

Aber auch für die Nährstoffdynamik, die weltweite Ernährungssicherung, den Bodenschutz und die Biodiversität seien Kögel-Knabners Arbeiten bedeutsam. „Vier von neun Belastungsgrenzen unseres Planeten sind durch den Einfluss des Menschen bereits überschritten: Klimawandel, Biodiversität, Landnutzung und biogeochemische Kreisläufe. Werden sie deutlich überschritten, könnte dies das Erdsystem in einen schlechteren Zustand versetzen. Das zu vermeiden, ist wesentlich Kögel-Knabners Motivationsquelle für ihre Arbeit“, so der DBU-Chef.

Unternehmer Schneider: „Rundum-Nachhaltigkeitsstrategie mit hohem persönlichen Engagement“

Zu Schneider stellte Bonde heraus, er habe mit seiner „unternehmerischen Rundum-Nachhaltigkeitsstrategie und hohem persönlichen Engagement“ den Weg dafür geebnet, dass in einer kompletten Wirtschaftsbranche Umweltinnovationen auf immer höherem Standard hätten etabliert werden können. Schneider habe konsequent ökologische Produkte in einem Massenmarkt mehrheitsfähig gemacht, lebe Nachhaltigkeit in allen unternehmerischen Entscheidungen und sichere sich so das Vertrauen der Verbraucher.

Foto: Herbert Piel / P!ELmedia

Mit zahlreichen Initiativen zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung habe er Neuland betreten: konsequentes Wiederverwerten von Altplastik etwa aus dem Gelben Sack für neue Verpackungen, umwelt- und gesundheitsfreundlich bedruckte Etiketten, heimische Pflanzenöle für seine Wasch- und Reinigungsmittel statt des umstrittenen Palmkernöls aus tropischen Regionen, freiwillige Umweltbetriebsprüfungen des Unternehmens nach den Vorgaben der Europäischen Union – der gelebte Nachhaltigkeitsgedanke sei „national wie international sichtbar“, so Bonde.

Rezyklat-Initiative und heimische Pflanzen als Rohstoff für Produkte

Schneider kämpfe für eine energieschonende Kunststoff-Wiederverwertung in einem geschlossenen Kreislauf. Trotz erhöhter Produktionskosten des recycelten Plastiks habe Schneider 2012 eine Rezyklat-Initiative mit Partnern aus Industrie, Handel und Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufen, an der sich jeder beteiligen könne. So solle der Anteil an Recyclingprodukten schnell erhöht und im Massenmarkt etabliert werden.

Rund 293 Millionen Flaschen rein aus Altplastik seien in der von ihm in Mainz geschaffenen Rezyklat-Flaschen-Fertigung produziert worden. Bei den Rezepturen für die Wasch- und Reinigungsmittel der Dachmarke „Frosch“ setze er seit 2013 auf heimische Pflanzen als Rohstoffbasis, also auf in Europa gewonnene Öle aus Flachs, Hanf oder Oliven. Die ersetzten zunehmend das umweltkritische Palmkernöl aus tropischen Regionen. Bonde: 

„Ein Mittelständler mit Haltung, der mit seiner erkennbaren und durchgängigen Einstellung für das Thema Umweltschonung steht.“


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